DIE LAUBE
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Wir sind die einzige Presse, die von sich nicht behauptet, sie behauptete von sich, keine Lügenpresse zu sein. Wir möchten mit Lug und Trug von uns behaupten: Gegen uns sind alle anderen Medien nichts als erbärmliche Stümper der Desinformation.

Wo sich sonst noch die Balken bogen, steht im Archiv oder vielleicht auch im Ereigniskalender. Aber genau weiß das keiner.

Wer von Amtes wegen wissen zu müssen meinen zu denken glaubt, wer diesen Unfug tatsächlich verzapft, schaue doch einfach mal ins Impressum.

Können unsere TV-Korrespondeten lügen? Klar, warum denn nicht! Überzeugen Sie sich selbst!

Was sonst noch los war



Autsch! Erst in großer Sorge - und dann komplett lahmgelegt (22.4. 2017)

Liebe Mitbelogene, im Digitalraum lässt sich das eine oder andere nachträglich korrigieren. Online-Medien sind da im Vorteil, hinken aber postfaktisch mitunter trotzdem hinterher. Eines der leitfähigsten deutschen Leitmedien, die FAZ, titelte am Samstagmorgen online: „Großer Polizeieinsatz: Köln in großer Sorge“. Die Schlagzeile erschien der Redaktion im Tagesverlauf offenbar nicht mehr reißerisch genug und wurde dann aktualisiert: „Die Stadt ist lahmgelegt: Wasserwerfer und Mannschaftswagen rund um Tagungshotel“.* Doch am spekulativen, das Spektakel heibeispekulierenden Inhalt änderte sich nichts.

Mit 4000 Beamten habe sich die Köllner Polizei auf diverse Protestkundgebungen gegen den Parteitag der AfD eingestellt, der in einem Hotel mitten im Stadtzentrum durchgeführt wurde. Bis zu 50.000 "Gegendemonstranten“ (Formulierung des FAZ-Redakteurs) würden erwartet. Vielleicht war das etwas hochgegriffen, aber es ist - für die Polizei wohl eine Lehre aus der Kölner Silvesternacht 2016 - allemal besser, man macht sich aufs Schlimmste gefasst und ist nachher erleichtert, wenn es doch nicht so heftig kommt. Für die Schaulustigen ist es natürlich nicht befriedigend, wenn es nach all den vorsorglich mit Holzverkleidungen geschützten Schaufenstern in der City noch nicht mal Bilder von brennenden Autos oder auch nur Mülltonen gibt.

Wieder einmal riefen "Bündnisse der Zivilgesellschaft" mittels wasserfesten Transparenten, Trillerpfeifen und viel Gebrüll zum gemeinsamen Gutmenscheln auf. Die so abgelutschten wie auch typisch kämpferischen Bezeichnungen „Bunt statt bla“ und „Köln stellt sich quer“ zeigen ein weiteres Mal die altbekannte Handschrift der linksextremistischen Szene. Nach im Vorfeld verbreiteten Parolen wie „Feuer statt Konfetti“ war also durchaus mit Randale zu rechnen und die Kölner Polizei war gut beraten, ausreichend Personal anzufordern. Nach Sichtung der Abendnachrichten blieb festzuhalten: Die Stadt ist mit einem blauen Auge davon gekommen, es kamen bei weitem nicht so viele "Gegendemonstranten" wie vom Redakteur herbeigewünscht… Dennoch waren die typischen verbalen Kampfrituale und die wehenden Flaggen der Antifa nicht zu übersehen.

Ungeachtet der hinter den Erwartungen zurück gebliebenen Bilanz zog der Artikel tagsüber unzählbare Leser an - das ist ja auch der Sinn reißerischer Schlagzeilen. Überdurchschnittlich viele Kommentare waren die Folge. Dass die linkswütige Radikalisierung bei den Fundamentalisten etablierter Parteien wie auch in (vielleicht naiven?) Kirchenkreisen offene Unterstützung findet, empört die meisten Kommentatoren ebenso wie die Tatsache, dass (links unterwanderte) Leitmedien die Auswüchse der Linksradikalisierung in Deutschland immer wieder verharmlosen. Es sei Zeit, dass sich die Presse selbstkriisch hinterfrage, gab ein Leser zu bedenken... Aha! Na dann guten Morgen an alle Zeitungsleser, die das erst jetzt hinterfragen.

Eigentlich sind die aktuellen Entwicklungen hierzulande, aber auch in anderer Herren und Damen Länder, so deprimierend, dass man heulen möchte. Am Ende bleibt vielleicht nur noch eine gehörige Portion Sarkasmus, um den postfaktischen Blödsinn zu überleben, den die Leitlügenmedien tagtäglich produzieren. LAUBE-Korrespondentin Ilse Billiane konnte sich einige bissige Bemerkungen zum Geschehen und Nichtgeschehen einfach nicht verkneifen - und freute sich über zustimmende Sternchen einiger Leser/innen.



Was war sonst noch? Die promovierte Chemikerin und Erfinderin übergibt ihr Zepter an die promovierte Betriebswirtschaftlerin, die Unternehmerin an die Unternehmensberaterin, die Ossi-Aufsteigerin an die Wessi-Aufsteigerin - die Schwangere an die Unschwangere, kurz: Petry* an Weidel.* Was beide vereint: Sie sind sehr gebildet, haben kohlemäßig ausgesorgt (bevor sich jemand Hoffnung macht: sie sind vorläufig nicht zu haben...). Als 1989 die Mauer fiel, die Deutschland und Europa teilte, waren sie Kinder. So wirklich Ahnung, was rote Socken sind, haben sie daher beide nicht. Wenn die beiden jungen Kämpferinnen jüngeren Bundesmitbürgern versuchen die Welt zu erklären, geht das klar. Wer noch mit Sparschwein und Sparbuch aufgewachsen ist, kann aber wahrscheinlich beiden Damen nicht viel abgewinnen. Nach heutigem Ermessenstand hat weder die eine noch die andere genügend Einfluss, insofern war die ganze Aufregung in Kölns Straßen eh bloß heiße Luft.

USA? Trump will Probleme lösen... So lange Kriegsflotten, die auf Kurs Nordkorea geschickt werden, nachher auf Kreuzfahrt nach Australien abschwenken, kann man sich wenigstens noch an die Urlaubsplanung für diesen Sommer machen.

Frankreich? Es riecht nach Frexit... Verdammt, der Bordeaux könnte teurer werden! Egal, es wird alles nicht so kalt getrunken wie serviert. Und wie sagte schon der bundeskluge deutsche Innenminister: Ein paar Kästchen Medoc hat doch eh jeder im Weinkeller seiner Balkonwohnung in Marzahn-Hellersdorf. Auch gut zu wissen: Der neoliberale Youngster Macron ist die letzte Hoffnung der Sozialisten... Allein wegen ihm steigt also der Dax auf einen neuen Rekordwert - und Europa ist gerettet. Die Passagierzahlen der Washingtoner Metro zeigen den Beliebtheitsgrad des neuen US-Präsidenten - und der Dax ist das neue Politbarometer für die Wahlaussichten in Frankreich. Wieder was dazugelernt. Nur Kaffeesatzlesen macht noch mehr Spaß.

 

Mit einem Fünkchen Hoffnung auf bessere Zeiten
Ihr Ralf Riegel

Saisonale Betrachtungen