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Saisonale Betrachtungen über Zeit und Raum




Autsch!Nach-Nachruf
- (16. September 2017)


Natürlich hatte der Kanzler der Einheit auch seine Schwächen, aber die hat jeder Mann, fast jeder: Und diese Schwächen sind - was sonst! - immer die Weiber. Dass so ein gebildeter, visonär denkender Mann eine ehemalige FDJ-Funktionärin, die nicht mit Messer und Gabel essen konnte, in den höchsten Zirkeln der Bundespolitik salonfähig machte und ihr zu höchsten Ämtern verhalf, ist ihm schwer nachzusehen. Klar, er hatte es gut gemeint, wollte einer in Oportunismus bestens geschulten Ossi-Biographie auch mal die Chance geben, auf die Gewinnerseite der Geschichte zu wechseln. Zum Dank hat sie ihm hinterher bekanntlich in den Allerwertesten getreten, weil es gerade angesagt war (opportun eben) - und weil sie bereits als Pfarrerstochter und in der FDJ-Kreisleitung gelernt haben dürfte, wie so was geht...

Und nun haben wir den Salat, vielleicht mit etwas Grün- und etwas Gelbzeug, notfalls auch wieder mit Ketschup. Und werden also "Muddi" vorerst nicht so schnell los... Nun müssen die Genossen der "Partei mit dem C im Namen" bei ihren Weihnachtsfeiern weitere vier Jahre "Schneeflöckchen Weißglöckchen" (sic!) und andere "Weihnachtslieder, christliche," singen, während der wandelnde Hosenanzug - im Namen des Humanismus - deutsche und europäische Steuer-Milliarden zum Fenster hinauswerfen lässt, die andere erarbeitet haben und lieber nach eigenem Gutdünken zum Fenster hinauswerfen würden...


Autsch!Nachruf
- Ein Mann, ein Wort... So war das damals (16. Juni 2017)

 
Er wurde von den Leitlügenmedien und Kabarettisten gern verspottet, vom Pöbel bisweilen mit Eiern beworfen. Am Tag seines Todes heucheln einige seiner einstigen Neider Trauer und Respekt... Egal. Ich bekomme noch heute Gänsehaut, wenn ich den historischen Auftritt vor der Dresdner Frauenkirche vom Dezember 1989 in der Glotze sehe, als er den Menschen vor Ort wie im ganzen Land sagte: "Mein Ziel bleibt, wenn die geschichtliche Stunde es zulässt, die Einheit unserer Nation." Der Jubel der Menschen ist 28 Jahre her...





Autsch! Es lebe die Faulheit... (14. Mai 2017)


Die Katze, die mitten im Menschengewühl eines Biergartens ungestört ein Nickerchen macht, weiß vom Gewühl in der Welt so wenig wie die meisten bei Bier und Pommes sitzenden Gäste, die trotz einer heranziehenden Wand schwarzer Wolken, trotz düsterer Wettervorhersage, trotz permanenter Aktualisierungen ihrer Wetter-App noch immer vom herrlichen Sonntagswetter schwärmen. Gern mache ich es der Katze nach und verbaschiede mich ins mediale Sommerloch. Denn was ist in Zeiten wie diesen erholsamer als nichts zu tun und sich sodann vom Nichtstun auszuruhn?






Autsch! Mutti freut sich... (7. Mai 2017)

Liebe Mitbelogene, liebe europäische Nachbarinnen und Nachbarn, chers Français - Frankreich bekommt den jüngsten Präsidenten seiner Geschichte, sagen die Leitmedien zum Wahlausgang. Na, wenn das keine Begeisterung auslösen kann. Mit der ältesten First Lady, die ein junger französischer Präsident jemals hatte, ergänzt DIE LAUBE, um ihrer Begeisterung ebenso nachzukommen. Wenn das mal gut geht...





Ein Linksliberaler - ohne linke Reflexe
(9. Mai 2017)

Das neue Hätschelkind der Leitmedien hat es geschafft. Ein Parvenü aus der Welt des Finanzkapitalismus wird Präsident Frankreichs. Er wird es, aber er ist es noch nicht, um das entgegen einigen seit zwei Wochen kursierenden Leitlügenmeldungen klarzustellen. Präsident ist Macron erst nach seiner Amsteinführung, am kommenden Sonntag, sagt Monsieur Altpräsident Hollande, keinen Tag vorher. Aber gut, wir wollen mal nicht pingeliger sein als die Gebetsberaterin des Papstes. Europa ist "erleichtert", lese ich in den Zeitungen, denn alles bleibt wahrscheinlich nun beim Alten - und das freut die Alten. Nachteil: Nun haben die Journalisten gar kein Monster mehr, das sie zerfleischen können. Denn die blonde Bestie, die - wie lange genug heraufbeschworen, die EU zerstören und mit dem bösen Putin gemeinsame Sache machen wollte, hat die Wahl verloren. An letzterem gibt es nichts zu rütteln.

Dafür ist den EU-Gläubigen ein Heiland geboren - ein Name, den bis vor einigen Monaten nur Börsianer und eine pensionierte Französisch-Lehrerin kannten, geht um die Welt. Als "linksliberaler" Retter der EU wurde Emmanuel Macron bis zum Sonntagabend von deutschen Leitmedien angepriesen... Am Morgen nach der Wahl schreibt die FAZ, das Zentralorgan aller notleidenden Banken, erleichtert, "linke Reflexe" seien ihm fremd. Nanu, nanu! Gleichzeitig erfahren wir, er greife sowohl "linke als rechte" Positionen auf und wolle "links und rechts" versöhnen... Was bedeutet heute eigentlich links - und was rechts? Ist jeder, der eine maßlose Zuwanderung aus islamischen Ländern skeptisch sieht, für problematisch erachtet, die unzureichende Vorbereitung kritisiert, rechts? Ist man ein Nazi, wenn man fragt, ob die demographischen Argumente nicht eigentlich eine Milchmädchenrechnung sind, weil irgendwann auch Immigranten Rentner sein werden, die es zu versorgen gilt - mit noch mehr Zuwanderung?

Versöhnliches muss man natürlich nach jeder Wahl sagen. Man kann sich in der Stunde des Triumphes nicht einfach hinstellen und sagen: Ich will auf gar keinen Fall der Präsident auch all jener Wähler sein, die mich gar nicht gewählt haben. Man muss schon lügen, man wolle auch der Präsident aller Amerikaner, aller Franzosen, aller Deutschen sein, egal wie sehr sie einen verachten. Als Macrons Verehrer zur Feier des Abends bei der Erwähnung der Fehlgeleiteten, die ihre Stimme versehentlich der "rechtsextemistischen" Gegenkandidatin gaben, zu Buhrufen ansetzen wollten, gelang es dem Vorwärts-Führer tatsächlich mit einer abwehrenden Geste, den ansetzenden Herdenjubel seiner Fans zu dämpfen. Und das muss man ihm lassen: Dafür braucht es Charisma - oder sowas.

Was ist eigentlich extrem und extremistisch? Ist "extremistisch" lediglich ein Hauch von "extrem" oder aber vielmehr die Steigerungsform davon? Der vom Börsianer zum selbstlosen Humanisten konvertierte Emmanuel Macron will nun alles besser machen. Oder wenigstens den Nepotismus bekämpfen - "die Politik moralisieren", schreibt die FAZ am Morgen danach.* Als ginge es in der Politik um gut oder böse. Als ginge um ein bisschen weniger böse, um normal böse oder um ganz böse. Im Grunde geht es doch wie immer nur um eins: das liebe schöne Geld und davon möglich viel, vieler, am vielsten... Seine Milliönchen hat der "gemäßigte" Linksrechte/Rechtslinke bisher an der Börse gemacht, als Investmentbanker, als Spekulant. Als jemand, der mit den Bankeinlagen anderer Leute zockt und damit reich, reicher und reichlicher wird: ein Spieler, ein Gambler, ein Global Player, ein Banken-Versteher.

Damit die werktätige Bevölkerung wieder etwas mehr für die Lohntüte tut, steht für Macron die 35-Stunden Woche zur Disposition, lese ich im selben FAZ-Artikel.* Und eine "weitere Lockerung des Arbeitsrechts mit dem Ziel, für die Unternehmen Einstellungen neuer Mitarbeiter weniger riskant zu machen, indem die Entlassungskosten verringert werden", ist für ihn überfällig. Damit mehr (junge) Leute "von der Straße" in Beschäftigung kommen, muss man die Unternehmen von den Entlassungskosten entlasten. Logisch! Na, aber! Wenn es mich am Ende mehr Knete kostet, die durch meine Gutmütigkeit "in Lohn und Brot" gebrachten Sozialschmarotzer wieder loszuwerden, fühle ich mich als Unternehmer ja wohl völlig zurecht völlig ungerecht behandelt. Das kann so nicht weitergehen. Da sind wir jetzt mal ganz linksliberal und gehen mit großen Schritten vorwärts.

Ein Mann, eine Bewegung: Vorwärts - und nicht vergessen: Neue Männer braucht das Land, Genossen! Und Genossinnen! Das mit den gleichen Initialen im Namen der Bewegung wie in dem ihres Anführers hat dennoch ein Geschmäckle, wenn man es vorsichtig sagen möchte - eigentlich wirkt es entblößend, mehr noch: peinlich. Und darum soll das auch nicht so bleiben - "En Marche!" soll demnächst umbenannt werden. Na sieh mal einer an! Und wie? "La République en Marche" - Die Republik bewegt sich!"* Wie großartig ist das denn? Die nationalistisch orientierten Kontrahenten wollen sich ebenso umbenennen, Konkreteres ist noch nicht bekannt... Wie wäre es mit "Vorbei, vorbei! Alles Neue macht der Mai"?

Und wie wäre es, wenn sich auch bundesdeutsche Parteien mal ein bisschen umbenennen? Das brächte doch gleich ein wenig frischen Wind in den Bundestagswahlkampf. DIE PIRATEN - künftig: "Leinen los! Auf zu neuen Küsten!" Die AfD ließe sich neutral in "Das Land dreht sich" umbenennen. Die Grünen hießen künftig schlicht und einfach "Die in den Bäumen warten und freitags nur noch Gemüse essen". Merkels CDU könnte man in "Die mit dem C im Namen sollten wieder Weihnachtslieder, christliche, singen" umbenennen. DIE LINKEN: "Alles Geld wird gleichmäßig verteilt und wenn es alle ist, machen wir Sozialismus".

Was haben wir also gelernt? Mit Parteien oder Bewegungen ist es neuerdings wie mit den Angeboten in der Discount-Kaufhalle: Einen Fön hat jeder schon, vielleicht sogar zwei oder drei. Aber einen Reisehaartrockner möglicherweise noch nicht. Falls doch, dann gibt es nächste Woche den praktischen Hair Dryer und übernächste den Traveller Fön. Natürlich mit LED-Taschenlämpchen an der Seite. Und wenn uns keine neuen Bezeichnungen für das ewig Gleiche einfallen, nehmen wir wieder die alten Namen und das ewig gleiche Spielchen geht einfach von vorne los, wieder und wieder. C'est la vie.




PS: Wie in anderen Leitmedien sind auch in der FAZ die Leserkommentare mitunter informativer, aufschlussreicher, teils sogar faktenbasierter als der redaktionelle Text. Das spricht einerseits gegen ihn, andererseits für den Widerspruch, den er dank seiner Mängel zu wecken verstand. Obgleich der Autor sich bemühte, die Glorifizierung Macrons zu relativieren und zu fragen, was er denn nachher wirklich ausrichten wird können, bleiben ja viele heikle Punkte weiterhin tabu. Bedeutsam ist die Feststellung einiger Leser, dass ein Präsident ohne Partei wird schwer regieren können, sofern es sich bei seiner Regierung um eine parlamentarisch debattierende Regierung handelt (in der er bisher noch nicht einmal eine Partei hat!) und nicht um eine Alleinherrschaft namens E.M. Bemerkenswert sind auch die Feststellungen von Lesern, dass es gute Gründe gibt, wenn etwa der erste Antrittsbesuch Macrons nach Berlin geht... Merci beaucoup, deutsche Lohnsteuerzahler, dass ihr niemals auf die Barrikaden steigt, wenn es um das von euch erarbeitete Geld geht - "dauersediert" nannte das ein Leser treffend. Danke auch, dass ihr Dauersedierten nach den geretteten Banken Griechenlands künftig auch an die notleidenen Banken Frankreichs zahlen werdet... Mit den Worten eines anderen Lesers: "Europa ist, wenn Deutschland zahlt!" Die Leitlügenden preisen bereits die "deutsch-französische Achse"... Was brauchten Achsen schon immer am meisten? Genau: Schmiermittel.


Autsch!Wer die Wahl hat... (6. Mai 2017)

Liebe Mitbelogene, liebe europäische Nachbarinnen und Nachbarn, chers Français, vous avez l'élection présidentielle. Sie haben die Wahl… Sie können am Sonntag Ihren neuen Häuptling wählen - oder eine Häuptlingin.

Sie können Ihre Stimmen einem Youngster namens Emmanuel Macron (derzeitig 39 Jahre jung) geben, der als gestandener Investmentbanker sein Scherflein zu den Turbulenzen an den Börsen dieser Welt beigetragen haben dürfte, bevor er sich vor einem Jahr entschloss, „En Marche!“ zu gründen, zu deutsch: „Vorwärts!“… Man darf sich natürlich fragen: Vorwärts wohin eigentlich? Und was ist „Vorwärts!“ eigentlich? Eine Partei, eine Bewegung, ein Verein?* Die Wikipedia spricht von einer Partei. Es gäbe aber keine Parteihierarchien, schreibt ein anderer Experte. Deutsche Leitlügenmedien bezeichnen Macron als "linksliberal", klingt nett - da isser also einer von den Guten, ein Börsenzocker mit Herz für die Arbeiterklasse gewissermaßen. Und als "parteilos" isser auch deklariert - demnach wäre "En Marche!" dann doch keine Partei, also eine eher Bewegung. Was isses denn nun? Ein wirtschaftspolitisches Unternehmen? Und Macron ist der Boss? Ist es Zufall, dass die Initialen von „En Marche!“ die gleichen sind wie die seines eigenen Namens? Steht E.M. etwa für ein autokratisches Unternehmen, das die persönlichen wirtschaftspolitischen Wunschvorstellungen von E.M. durchsetzen soll?

Sie können ihre Stimme natürlich genauso gut oder genauso schlecht einer gestandenen Rechtsanwältin (48) namens Marine Le Pen geben. Die ist immerhin Vorsitzende einer richtigen Partei, in deren Namen, Front National, schon klar gemacht ist, dass sie kämpferisch ist und die nationalen Interesse Frankreichs betont. Töchterlein Marine sie quasi durch ihren Herrn Papa hineingewachsen und der hatte bekanntermaßen überholte Ansichten über Gott und den Rest der Welt. Das Töchterlein hat sich von den extremen, von rassistischen wie gar antisemitischen Ansichten ihres Vaters emanzipiert und die geerbte Partei zu einem rechtskonservativen Unternehmen reformiert, das inzwischen bürgerlich salonfähig ist - ihr werden selbst von der Leitlügenpresse einige Chancen zugebilligt, um am Sonntagabend - nach Brexit und Trump - nicht das dritte Mal ganz daneben gelegen zu haben... Der Frankreich-Korrespondent des Zweiten Deutschen Lügenfernsehens würde dennoch sein letztes Baguette darauf wetten, dass Macron die Wahl gewinnt - nicht direkt einer hoher Einsatz, es sei denn, man hat zwei Tage gehungert…

Macron, so viel ist gewiss, ist ein Mann der sogenannten freien Märkte, Profiteur der Globalisierung - er dürfte eine Regulierung der Finanzmärkte fürchten wie der Teufel das Weihwasser - er ist, was man unter Kapitalismuskritikern „neoliberal“ nennt. Die Vorsitzende der deutschen Linken hat das erkannt, sich als opportune Parteisoldatin dennoch für Macron entschieden - also statt für Cholera für Pest oder umgekehrt. Ebenso steht fest: Der Mann ist ein Newcomer, den bis vor Monaten nur Eingeweihte und Frankreichkenner auf dem Plan hatten. Mitglieder der deutschen Regierung, allen voran die regierende FDJ-Gouvernante, sehen in ihm den einzigen Heilsbringer, weil er vorgibt, die EU und den Euro zu bewahren. Will er das wirklich? Und wenn ja warum? In Bezug auf einen Mann, dessen erster Blick am Morgen auf die Börsenkurse fallen dürfte, ist die Frage jedenfalls berechtigt.

Le Pen befürwortet eine streng geregelte Einwanderungspolitik. Das steht auch so in den EU-Gesetzen - ob Dublin- oder Schengen-Verträge, die Gesetzgeber gingen von moderater Zuwanderung aus, nicht von millionenfacher Immigration aus überwiegend islamischen Ländern. Ihre Stellung zur Migrations ist demnach nicht „rechtsextremistischer“ als beispielsweise die des deutschen Regierungspartners CSU, die längst auch bundesdeutscher Regierungskonsens ist. Was soll also die Aufregung? Sollte Le Pen, wie die Wikipedia behauptet(e), zur Bekämpfung der Kriminalität die Wiedereinführung der Todesstrafe erwägen, wäre das fatal - zumindest im Falle von Justizirrtümern, die es nunmal gibt. Und wie will man eigentlich Selbstmordattentäter oder Amokläufer mit der Hinrichtungsdrohung von ihrem mörderischen Vorhaben abhalten? Leider ist die Wikipedia - zumindest in politischen Artikeln - längst ein postfaktischer Meinungsmanipulationsteilnehmer: JEDER, der einen Computer mit Internetverbindung bedienen kann, kann dort mit-texten, mit-korrigieren, mit-zurück-korrigieren, hin und her, mitunter fehlen die Belege - es ist nur eine Frage der Ausdauer, welche „Wahrheit“ am Ende bestehen bleibt, und es verbietet sich daher, aus dieser ansonsten beachtenswerten Publikation zu zitieren…

Macron hat sich in seinem bisherigen Berufsleben einigermaßen die Taschen auf Kosten anderer gefüllt - das wiederum ist für Frauen, die eine Schwäche für betuchte Bankiers haben, nicht ganz unattraktiv. Daher ist es nur folgerichtig, dass sich nunmehr eine Frau um ihn kümmert, die auch schon vorher mit betuchten Bankiers verheiratet war. Macron wird daher seit bereits 10 Jahren von seiner einstigen Französisch-Lehrerin - sie ist ein wenig älter (derzeitig 64 Jahre) bemuttert. Wo die Pfeile Armors so hinfallen, ist für Außenstehende bisweilen nicht verstehbar. Aber mal ehrlich - welcher Jüngling von 15 Jahren hat sich nicht auch mal in seine Französisch-Lehrerin verguckt? Soll vorkommen. Also mir ging es jedenfalls auch so - und meinem Banknachbarn ebenso! Aber unsere Französisch-Lehrerin war nur 5 und nicht 25 Jahre älter als wir. Wenn ihr vor der Wandtafel die Kreide entglitten war, vergaßen wir schlagartig sämtliche Vokabeln - außer „Je t’aime“. Wir haben sie nach dem Unterricht sogar einmal auf ihrem Heimweg verfolgt - aber das war’s dann aber auch.

Le Pen steht eher auf Parteichefs, heiratete zwei von ihnen (einen nach dem anderen), ließ sich wieder scheiden, und ist derzeitig mit einem weiteren hohen Tier ihrer eigenen Partei liiert. Und das ist auch verständlich, denn wer will sich nach Feierabend noch mit dem eigenen Partner über völlig andere politische Präferenzen streiten. In den eigenen vier Wänden muss dann auch mal Schluss sein mit dem Debattieren. Le Pen ist offenkundig der Meinung, dass man das Geld steuerzahlender Französinnen und Franzosen auch anderweitig zum Fenster hinauswerfen könnte, als es nur den Bankiers notleidender Geldinstitute oder den EU-Funktionären hinterherzuwerfen, die mit Milliarden-Beträgen umgehen wie Normalsterbliche mit Zehner-Scheinen. Das überzeugt den kleinen Mann wie die kleine Frau schon lange, aber inzwischen auch Mittelständler und sonstige Bürger mit selbst erarbeitetem Einkommen.

 
     Für wen wird sich die Mehrheit entscheiden? Wer wird Frankreich regieren? Le Pen entgegnete ihrem Mitbewerber um das Amt in der TV-Debatte: Frankreich werde in jedem Fall von einer Frau regiert werden, entweder von ihr selbst oder - von Merkel!!! Damit hat sie’s dem EU-Trittbrettfahrer Macron abschließend hammerhart gegeben.

Populismus oder nicht, irgendwas ist schon dran an der Bevormundung aus Deutschland. Und was, wenn sie damit durchkommt? "Brechen" da wieder die Börsen der Welt ein wie nach der wahl Trumps? Und wie nimmt die „letzte Retterin der westlichen Welt wie wir sie kannten“ diesen Affront hin? Noch bleibt Merkel gelassen, doch im Fall der Fälle bekommt sie, samt Groko-Genossenschaft, gewiss das weiche Knie. Denn wenn Le Pen es tatsächlich schaffen sollte, obwohl Macron nach „letzten Umfragen“ mit "mehr als 20 Prozentpunkten"* Vorsprung haben soll, Präsidentin Frankreichs zu werden, dann haben die Meinungsforschungsinstitute eben zum dritten Mal innerhalb von 12 Monaten ziemlich daneben gelegen - oder daneben interpretiert. Oder überhaupt einfach ziemlich daneben gezählt, daneben gehofft, daneben spekuliert, daneben gepostfaktualisiert… Vier Monate vor der Bundestagswahl, das kann man sich gut vorstellen, gingen dann auch die deutschen Regierungsgesäße gehörig auf Grundeis.

Aber mal im Ernst, was kann schon passieren, wenn es wirklich zum Frexit käme? Vielleicht wird der Bordeaux etwas teurer - das wäre für französische wie für sonstige Kleinverdienerzungen dieser Welt gleichermaßen unangenehm. Mais ce que le diable! Dann trinken wir demnächst eben statt zwei Flaschen nur noch eine. Damit kann man doch leben - so lange der edle Tropfen nicht verwässert oder versüßt wird… Vielleicht wird er auch noch besser und dennoch preisgünstiger? Und vielleicht brechen ja auch die Börsen gar nicht zusammen und vielleicht ist auch sonst alles halb so schlimm, wie es die linksversiffte Presse an die Wand malen möchte. Wer weiß das schon! Also, cher amis, wählt einfach nach eurem Bauch! Egal wer das Land regieren wird: Es lebe Frankreich! Und auch die kleinen Kartoffeln vom deutschen Biobauern.





Nachtrag 1 (6. Mai, Samstagabend)

Am Tag vor der Wahl haben in Frankreich die Werbetrommeln zu schweigen, gilt leitmediale "Zurückhaltung". Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb kann dennoch eine Schippe Wahlkampfdreck hinterher geworfen werden: "Der Präsidentschaftskandidat" sei im Internet gehackt worden, "um Zweifel Desinformation" über ihn zu streuen... Das sei so wie bei der US-Wahl, als kurz vor knapp noch einige "Desinformationen" über Hillary Clinton gestreut worden seien, um ihr zu schaden... Seltsam dass da nur die Rede von dem (einen) Präsidentschaftskandidaten ist - ich dachte, es gäbe zwei! Ich kann mir nicht helfen, im Moment sieht es doch irgendwie danach aus, als ob eher der Hack als Fake News rüberkommt oder doch wenigstens als aufgeblasene Mitleidsblase instrumentalisiert wird, um letzte Wankelmütige zu beeinflussen. Na, schaumerma! Sonntagabend wird zumindest leitmedial ein spannenender Überraschungsabend, fragt sich nur für wen. Ich hab da so meine Ahnungen, aber das tut nichts zur Sache, den ich bin ja nur der LAUBE-Pförtner...






Nachtrag 2 (7. Mai, Sonntagmorgen)

Am Wahlmorgen titelt die beliebteste deutsche Leitverblödungszeitung: Mit diesen Fake-News will Russland Macron die Wahl verderben.* Ach, so ist das: die Russen mal wieder. Der böse, böse Putin steckt dahinter. Konnte man sich doch gleich denken - als BLÖD-Leser. Ein weiterbildender Artikel warnt:



Allerdings ist der mit + gekennzeichnete Hochleitmedienartikel den ganz Verblödungswilligen vorbehalten, der Artikel ist nur für Abonnenten abrufbar. Falls die "Deutschland-Hasserin" das Rennen aber dennoch machen würde, was natürlich nur durch die Hackerkolonnen vom bösen, bösen Putin ermöglicht worden wäre, darf man sich in der FAZ wieder auf monatelange redaktionelle Realitätsverweigerung einstellen. Egal, ich freue mich schon auf die umbeschrifteten Brüste der Kampfwespen von Femen (zu deutsch so viel wie Weibmänner): Non Mon Président - aber das sind vorerst nur postfaktische Vorfreuden... Schaumerma um 8, erst dann wird dicht gemacht.


Autsch!Erst in großer Sorge - und dann komplett lahmgelegt (22.4. 2017)

Liebe Mitbelogene, im Digitalraum lässt sich das eine oder andere nachträglich korrigieren. Online-Medien sind da im Vorteil, hinken aber postfaktisch mitunter trotzdem hinterher. Eines der leitfähigsten deutschen Leitmedien, die FAZ, titelte am Samstagmorgen online: „Großer Polizeieinsatz: Köln in großer Sorge“. Die Schlagzeile erschien der Redaktion im Tagesverlauf offenbar nicht mehr reißerisch genug und wurde dann aktualisiert: „Die Stadt ist lahmgelegt: Wasserwerfer und Mannschaftswagen rund um Tagungshotel“.* Doch am spekulativen, das Spektakel heibeispekulierenden Inhalt änderte sich nichts.

Mit 4000 Beamten habe sich die Köllner Polizei auf diverse Protestkundgebungen gegen den Parteitag der AfD eingestellt, der in einem Hotel mitten im Stadtzentrum durchgeführt wurde. Bis zu 50.000 "Gegendemonstranten“ (Formulierung des FAZ-Redakteurs) würden erwartet. Vielleicht war das etwas hochgegriffen, aber es ist - für die Polizei wohl eine Lehre aus der Kölner Silvesternacht 2016 - allemal besser, man macht sich aufs Schlimmste gefasst und ist nachher erleichtert, wenn es doch nicht so heftig kommt. Für die Schaulustigen ist es natürlich nicht befriedigend, wenn es nach all den vorsorglich mit Holzverkleidungen geschützten Schaufenstern in der City noch nicht mal Bilder von brennenden Autos oder auch nur Mülltonen gibt.

Wieder einmal riefen "Bündnisse der Zivilgesellschaft" mittels wasserfesten Transparenten, Trillerpfeifen und viel Gebrüll zum gemeinsamen Gutmenscheln auf. Die so abgelutschten wie auch typisch kämpferischen Bezeichnungen „Bunt statt bla“ und „Köln stellt sich quer“ zeigen ein weiteres Mal die altbekannte Handschrift der linksextremistischen Szene. Nach im Vorfeld verbreiteten Parolen wie „Feuer statt Konfetti“ war also durchaus mit Randale zu rechnen und die Kölner Polizei war gut beraten, ausreichend Personal anzufordern. Nach Sichtung der Abendnachrichten blieb festzuhalten: Die Stadt ist mit einem blauen Auge davon gekommen, es kamen bei weitem nicht so viele "Gegendemonstranten" wie vom Redakteur herbeigewünscht… Dennoch waren die typischen verbalen Kampfrituale und die wehenden Flaggen der Antifa nicht zu übersehen.

Ungeachtet der hinter den Erwartungen zurück gebliebenen Bilanz zog der Artikel tagsüber unzählbare Leser an - das ist ja auch der Sinn reißerischer Schlagzeilen. Überdurchschnittlich viele Kommentare waren die Folge. Dass die linkswütige Radikalisierung bei den Fundamentalisten etablierter Parteien wie auch in (vielleicht naiven?) Kirchenkreisen offene Unterstützung findet, empört die meisten Kommentatoren ebenso wie die Tatsache, dass (links unterwanderte) Leitmedien die Auswüchse der Linksradikalisierung in Deutschland immer wieder verharmlosen. Es sei Zeit, dass sich die Presse selbstkriisch hinterfrage, gab ein Leser zu bedenken... Aha! Na dann guten Morgen an alle Zeitungsleser, die das erst jetzt hinterfragen.

Eigentlich sind die aktuellen Entwicklungen hierzulande, aber auch in anderer Herren und Damen Länder, so deprimierend, dass man heulen möchte. Am Ende bleibt vielleicht nur noch eine gehörige Portion Sarkasmus, um den postfaktischen Blödsinn zu überleben, den die Leitlügenmedien tagtäglich produzieren. LAUBE-Korrespondentin Ilse Billiane konnte sich einige bissige Bemerkungen zum Geschehen und Nichtgeschehen einfach nicht verkneifen - und freute sich über zustimmende Sternchen einiger Leser/innen.



Was war sonst noch? Die promovierte Chemikerin und Erfinderin übergibt ihr Zepter an die promovierte Betriebswirtschaftlerin, die Unternehmerin an die Unternehmensberaterin, die Ossi-Aufsteigerin an die Wessi-Aufsteigerin - die Schwangere an die Unschwangere, kurz: Petry* an Weidel.* Was beide vereint: Sie sind sehr gebildet, haben kohlemäßig ausgesorgt (bevor sich jemand Hoffnung macht: sie sind vorläufig nicht zu haben...). Als 1989 die Mauer fiel, die Deutschland und Europa teilte, waren sie Kinder. So wirklich Ahnung, was rote Socken sind, haben sie daher beide nicht. Wenn die beiden jungen Kämpferinnen jüngeren Bundesmitbürgern versuchen die Welt zu erklären, geht das klar. Wer noch mit Sparschwein und Sparbuch aufgewachsen ist, kann aber wahrscheinlich beiden Damen nicht viel abgewinnen. Nach heutigem Ermessenstand hat weder die eine noch die andere genügend Einfluss, insofern war die ganze Aufregung in Kölns Straßen eh bloß heiße Luft.

USA? Trump will Probleme lösen... So lange Kriegsflotten, die auf Kurs Nordkorea geschickt werden, nachher auf Kreuzfahrt nach Australien abschwenken, kann man sich wenigstens noch an die Urlaubsplanung für diesen Sommer machen.

Frankreich? Es riecht nach Frexit... Verdammt, der Bordeaux könnte teurer werden! Egal, es wird alles nicht so kalt getrunken wie serviert. Und wie sagte schon der bundeskluge deutsche Innenminister: Ein paar Kästchen Medoc hat doch eh jeder im Weinkeller seiner Balkonwohnung in Marzahn-Hellersdorf. Auch gut zu wissen: Der neoliberale Youngster Macron ist die letzte Hoffnung der Sozialisten... Allein wegen ihm steigt also der Dax auf einen neuen Rekordwert - und Europa ist gerettet. Die Passagierzahlen der Washingtoner Metro zeigen den Beliebtheitsgrad des neuen US-Präsidenten - und der Dax ist das neue Politbarometer für die Wahlaussichten in Frankreich. Wieder was dazugelernt. Nur Kaffeesatzlesen macht noch mehr Spaß.
Autsch!EVET oder HAYIR war hier die Frage (20.4. 2017)

Liebe Mitbelogene, das Lieblingsmonster der deutschen Leitlügenmedien, Donald Trump, hat offenbar ausgedient und ist gegen ein neues mediales Schreckgespenst namens Recep Tayyip Erdoğan ausgetauscht worden. Das Referendum zur Einführung eines präsidialen oder präsidentiellen Regierungssystems in der Türkei ist durch 51 % der Wahlberechtigten mit einem türkischen "evet" beantwortet worden - und weil das "ja" heißt, ist der Wechsel demnach mit knapper Mehrheit gewollt. Ob sich das präsidiale Regierungssystem für die Einwohner der Türkei als günstig oder nachteilig herausstellt, kann man erst nacher beurteilen - es soll ja wohl erst in zwei Jahren eingeführt werden.

Die deutschen Leitlügenmedien indessen wollen schon heute wissen, was besser für die Türkei und den Rest der Welt ist. Die Leitlügenmedien dieses Landes ignorieren, dass der real existierende Merkelkratismus in Deutschland irgendwie auch nicht so ganz als das Gelbe vom Ei sein kann. Denn so lange sich jeder Wohnungsinhaber in Deutschland administrativ zum Schuldner der staatlichen Rundfunkanstalten erklärt lässt, sollte man hierzulande vielleicht besser von einem Einwohnerverwaltungsgehege statt von einer Gemeinschaft mündiger Bürger reden. Daher, deshalb und deswegen frage ich mich: Wie hält es denn der Rest der Welt so mit dem Regieren? Ist die präsidentielle/präsidiale Regierungsform denn tatsächlich gleich die Vorstufe zu einem tyrannischen Staatsratsvorsitzendentum in dem jeder leitende FDJ-Funktionär die Möglichkeit hat, Regierungschef zu werden und für ewig und drei Tage wieder gewählt zu bleiben?



Pi mal Daumen betrachtet wird derzeitig immerhin etwa ein Drittel der Erdoberfläche (in der Grafik blaue Flächen) präsidial oder präsidentiell durchregiert, darunter ein nicht direkt beutungsloser Staat wie die USA. Hat Trump deshalb gleich zum Telefon gegriffen und dem türkischen Präsidenten zum Wahlergebnis gratuliert? Ein knappe Mehrheit der wahlbeteiligten Türken wünscht sich für die Zukunft ihrer Heimat also die Direktwahl ihres Präsidenten - oder hat sich einreden lassen, dass dieses System wünschenswert sei. Als jemand, der dank temporärer Medienpräsenz der Worte "evet" und "hayir" seinen türkischen Wortschatz auf insgesamt zwei Wörter erhöhen konnte, steht es mir nicht zu, darüber zu befinden, ob das klug war. Wenn eine gelegentlich angetüdelte Volsvertreterinnen-Frohnatur wie Claudia Ich-liebe-Sonne-Mond-und-Sterne Roth sinngemäß einräumt, man könne ja wohl während eines EM-Fußballspiels nicht von ihr erwarten, dass sie im Parlament einer Debatte beiwohne (in der vom Restpersonal letztlich die Weitergabe von Privatadressen durch Ortsämter an Adresshändler durchgewunken wird), habe ich allerdings auch Zweifel am parlamentarischen System - denn da hat damals nicht nur die grünliche Fraktion, sondern das gesamte Parlament komplett versagt.

Etwa ein weiteres Drittel der Welt (gelbe Flächen) hat sich mit der sogenannten semipräsidentiellen Regierungsform zurechtzufinden, dem Namen nach hat also auch dort ein Präsident das letzte Wort - mehr oder weniger. Denn was ist das Wort eines Regierenden als die in Politik umgesetzten Emfehlungen, Schmeicheleien und Zuwendungen mächtiger Lobbyisten? Und wenn die emfehlen, den Knoblauch aus China zu imprortieren, weil das trotz der weiten Transportwege profitabler und gerade deswegen deutsche Arbeitsplätze im Transportwesen sichere, dann wird der Knoblauch eben aus China angekarrt. Seit das "Reich der Mitte" sich zum Krautergarten und zur Werkbank der Welt (re)formiert hat, stößt sich kein postfaktisch versifftes deutsches Leitmedium am Einparteiensystem post-maoistischer und sonstiger Despoten (braune Flächen). Was interessiert schon die Menschenrechtslage der roten Diktatur, wenn  man mit den Genossen in Peking "gute" Geschäfte machen kann! Das Gleiche gilt für

Im parlamentsmonarchistisch betreuten Teil der Welt (rote Flächen) machen die Monarchen zwar nur ein bisschen Winkewinke zum politischen Tagesgeschäft, aber dafür verpasst es kein deutsches Leitmedium zu berichten, wenn der Nachwuchs im Hause Windsor gerade mal in die royalen Windeln gemacht hat. Einige Länder werden noch konstitutionell (rosa) oder zum Beispiel Saud-Arabien absolutistisch (lila) regiert - im Verbund mit sprudelnden Ölquellen kann diese Regierungsform selbst für Untertanen zu einigem Wohlstand führen - wer da trotzdem was zu meckern hat oder sich nimmt, was ihm nicht gehört, kann mit archaischen Bestrafungen wie Auspeitschen oder Handamputationen rechnen. Wen das nicht schreckt: Steinigungen werden nur noch bei Kapitalverbrechen wie außerehelicher Geschlechtsverkehr angewendet.

Parlamentarische Regierungssysteme (orange Fläche) wie in Deutschland, wo hohe, wichtige Posten unter anderem von Kapazitäten wie Claudia Ich-kann-gute-Börek-machen Roth besetzt sind, gibt es eigentlich in den wenigsten Ländern - dieses System ist selbst in Europa flächenmäßig unterlegen, wird aber auch von so "erfolgsträchtigen" Staaten wie der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien* (wo die Hälfte der Menschen selbst in guten Erntejahren an Unterernährung leidet) und der Bundesrepublik Somalia* ( wo Piraterie quasi die einzige noch funktionierende "Wirtschaftsform" ist) "praktiziert". Wenn also parlamentarische Regierungen keine Garantien für ein halbwegs gesichertes Dasein sind, was soll dann also die ganze Aufregung wegen der Türkei? Lasst dem Land doch ein bisschen Hauch von Sultanat. Ich bin da 1990 mal durchgetrampt und fand das orientalische Flair liebenswert - aber gut: damals war sowohl der Orient als auch die ganze Welt noch etwas anders gepolt...

Die in Deutschland lebenden Türken, so regten sich einige deutsche Leitmedienjournalisten auf, genössen die Vorzüge des parlamentarischen Systems in Deutschland, da sei es doch ziemlich schäbig, den Daheimgebliebenen den Wechsel zu einem präsidentiellen System herbeizuvotieren: "Ausgerechnet 'unsere Türken' haben Erdoğan gestärkt und gegen Demokratie und Gewaltenteilung gestimmt?" fragt der (türkischstämmige) Kommentator einer großen deutschen Zeitung namens ZEIT.* Lassen wir mal dahingestellt, ob diese "evet"-Wähler damit nun gleich "gegen Demokratie" gestimmt haben wollen. Im Grund sage dieses "evet" ja auch ohnehin wenig über die Einstellung der in Deutschland lebenden Türken aus, erklärt der Redakteur daselbst - die Mehrheit, so darf ich zwischen den Zeilen lesen, sei im Grunde gegen Erdoğan und die zur Wahl gegebene Verfassungsreform.

Laut Statistischem Bundesamt, argumentiert der Redakteur, seien von den 2,9 Millionen in Deutschland lebenden Türken nur 1,43 Millionen wahlberechtigte türkische Staatsangehörige gewesen - also nur etwa die Hälfte. Ob das eine Benachteiligung der Nein-Sager gewesen ist, darf freilich bezweifelt werde - denn hätte auch der gesamte minderjährige Nachwuchs von seinen Vätern zur Wahlkabine getrieben werden können, sähe das Ergebnis sicher noch be-ja-ender aus! Und weniger als die Hälfte (46 %) dieser Wahlberechtigten habe dann von diesem Wahlrecht überhaupt auch Gebrauch gemacht, was von einem gewissen Politikverdruss oder allgemein Desinteresse an dieser Frage zeugen könnte - oder aber auch davon, dass mancher Patriarch zu seiner Frau Gemahling gesagt haben könnte: Ich wählen, du kochen... Man weiß es nicht, man weiß es nicht - und deshalb soll hier auch gar kein Klischee bedient werden.

Mit 63 % evet-Stimmen gab es in Deutschland mehr Ja-Sager als im Gesamtergebnis des Referendums, das mit etwa 51 % Zustimmung zum Präsidialsystem eben durchaus knapp ausfiel. Doch so ein kanppes Ergebnis sieht immerhin noch nach echter Wahlfreiheit aus. Bei einem Populisten der SPD, der den Trump macht und damit hausieren ging, man könne es sogar ohne Abi zum Kanzler bringen, von den Leitlügenmedien zum "St. Martin" stilisiert, weiß man hingegen nicht mehr, was man davon halten kann, wenn seine Genossinnen und Genossen ihn ohne eine einzige Gegenstimme zum Kanzlerkandiaten küren. Wahrscheinlich wäre jeder "zustimmungsverwöhnte" Staatsratsvorsitzende der DDR vor Neid erblasst.

Was aber kann uns die Knappheit von Wahlergebnissen noch lehren? Manchmal kann ein Prozent genügen, den Ausgang einer Wahl zu entscheiden - sogar eine einzelne Stimme kann entscheiden! Ein berühmter Journalist der deutschen Leitlügenmedienlandschaft machte bei der Europawahl 2014 sogar einmal Gebrauch von seiner "Zweitstimme"... Um korrekt zu sein: Der Chefredakteur der oben zitierten Leitlügenzeitschrift beging damals ein regelrechtes Wahlbetrügchen, indem er seine Stimme sowohl als italienischer Staatsbürger im italienischen Konsulat in Hamburg als auch noch als Bundesbürger in einer Schule abgab! Nicht schlecht, Herr Di Lorenzo! Nur dumm, wenn man im ersten deutschen Lügenfernsehen (bei Gunter Jauch) auch noch damit prahlt.

Konsequenzen? Das gegen di Lorenzi in der Folge eingeleitete Verfahren wurde "wegen geringer Schuld" und gegen eine "namhafte" finanzielle Auflage "vorläufig" beendet.* Was auch immer das verklausulierte Advokatendeutsch im Konkreten bedeutet, der Mann ist frei - ganz nach dem Motto: Wer zahlen kann, darf alles. Vielleicht wollte der große Demokrat di Lorenzo auch nur mal testen, ob sowas überhaupt funktioniert - dann könnte man seinen "Test" quasi auch als "investigativen Jopurnalismus" durchgehen lassen. Egal. Selbstverständlich blieb der Doppelstaatsbürger-Doppelwähler Giovanni di Lorenzo weiterhin alleiniger Chefredakeur der "ZEIT" - und wird weiterhin als hohe moralische Instanz in die Talk-Studios deutscher Lügenfernsehsender eingeladen.

Was mich als fremdsprachlich interessierter deutscher Muttersprachler auch interessiert: Spricht man das türkische ğ im Namen Erdoğan nun wie ein deutsches g und falls "evet": warum wird das dann so komisch geschrieben, wenn es so "normal" gesprochen würde? Die Wikipedia sagt dazu ganz klar: "hayir" - also: nööö. Demnach wird das ğ also nicht gesprochen. Aber stimmt das? Leider ist auch die Wikipedia, die längst zu den Leitmedien gehört, kein einsamer Hort der Wahrhaften. Man muss beim Redğieren nur ğenüğend Ausdauer haben und am Ende setzt sich durch, wer die ğrößere, ğeduldiğere von allen hatte. Die meisten Türken, die ich in den akkustischen Lügenmedien gehört habe, sprechen dieses ğ jedenfalls wie ein deutsches g aus - und das finde ich seltsam. Deutsche Journalisten bevorzugen eine Aussprache wie beim englischen w. Und die Bespaßungsbeauftragten der deutschen Leitlügenfernsehsender schufen wiederum daraus das alberne Wortspiel "Erdowahn". Ich habe auch den türkischen Inhaber vom Kebab-Döner-Imbiss an der Ecke gefragt, aber der weiß es auch nicht genau, sagt er. Mithin ist mein Magen nach dem Pide-Mampfen zwar gesättigt, aber mein Gehirn ist genau so unschlau als wie zuvor...

Als medienpolitisch nicht ganz abwesender LAUBE-Pförtner erhalte ich mir somit das persönliche Dilemma, dass mein Halb-, Viertel- oder Achtelwissen weiterhin darüber im Dunkeln bleibt, von welcher Seite hier eigentlich der mehr Wahrheit oder mehr Wahn kommt. Kann mir mal jemand sagen, was der ganze Zirkus um Erdoğan eigentlich soll? Und heißt es nun "präsidial", wie es in der Zeitung steht oder präsidentiell wie es in der Wikipedia steht? Noch nicht mal darüber gibt es Klarheit. Fragen über Fragen... Und was ist mit den grauen Flächen am Südpol? Wie wird das lautstarke Volk der Königspinguine regiert? Gilt dort: Wer am lautesten schnattert, ist der König der Königspinguine?





Autsch!Mäpril, Mäpril, macht was er will...
(15.4. 2017)

Liebe Mitbelogene, immer wieder staune ich, mit welcher Unbefangenheit unter Durchschnittsunbefangenen an einem sonnigen Tag von "Bombenwetter" gesprochen wird... Vor einer Woche hatte es ein herrlich sonniger Frühlingsonntag geschafft, mich hinaus ins Grüne zu locken, in die Pedale zu treten, Berge zu erklimmen, weitab der ausgetretenen Wanderpfade durchzuatmen - die Nachrichten der Welt erreichten mein müdes Haupt am Abend nicht mehr. Auch an den beruflich ausgefüllten Tagen blieb ich verschont von den wirren Schlagzeilen. Doch nach zwei, drei Regentagen folgte ich auch wieder einigen der großen Medienthemen - und fragte mich erneut: Wo soll das nur alles noch hinführen?

In Syrien kommen über 100 Menschen bei einem Giftgasangriff auf grausame Weise ums Leben. Welche der Kriegsparteien das Giftgas tatsächlich eingesetzt hat, ist völlig unklar - de facto gibt es keine Beweise. Aber schon zwei Tage später erfolgt die „Vergeltung“ durch 59 Tomahawk-Raketen, die von einem im östlichen Mittelmeer kreuzenden Flugzeugträger der US Navy abgefeuert wurden. „Vergeltung“??? Also, mal abgesehen davon, dass der martialische Begriff Vergeltung nach zwei Weltkriegen, die mit eben solcher „Vergeltung“ begründet worden waren, eigentlich obsolet sein sollte, müsste man dann nicht eindeutige Beweise auf den Tisch legen und ein völkerrechtliches Mandat erwirken? Nur damit die militärische Gewalt im Pulverfass Nahost nicht weiter eskaliert?

Die Tomahawk-Raketen sollen einen Militärflugplatz der syrischen Armee zerstört haben, doch die Start- und Landebahnen seien weiterhin betriebsfähig - und würden tatsächlich weiterhin genutzt! Einige der Raketen hätten ihr ihr Ziel verfehlt und seien in der Wüste detoniert, anderen in Dörfern, es soll „Kollaterlaschaden“ (Militärsprech für zivile Todesopfer) gegeben haben. Ein syrischer Arzt habe vor Freude über die Hoffnungen, die er mit dieser „Vergeltung“ offenbar verbindet, gesagt, endlich scheine in Syrien wieder die Sonne… Und ein junger syrischer „Oppositionsaktivist“ (der als Überlebender eines Giftgasattacke im Jahr 2011 seinen Lebensmittelpunkt nach New York und Berlin verlagert hat) wird mit „Danke, Mr. Trump“ zitiert.

Moment mal! Mr. Trump? Der Präsident der USA? Wurde der hierzulande nicht bis vor kurzem als Monster, das die Welt in den Abgrund treibe, verteufelt? Die internationale Lügenpresse ließ kein gutes Haar an ihm, machte sich von früh bis abends über seine eigenwillige Frisur lustig, rügte ihn, weil er die Nato und die Rolle der USA als Weltpolizei in Frage gestellt hatte. Jetzt, da er tatsächlich die Fäuste spielen lässt, da er die Säbel nicht nur rasseln, sondern mit Kanonen auf Spatzen feuern lässt, ist die Welt ihm plötzlich zu dank verpflichtet und die Kritik verstummt? Jetzt ist er plötzlich wieder ein „berechenbarer“ US-Präsident? Verstehe ich das richtig? Ist das unerwartet massive militärische Eingreifen der USA in Syrien jetzt als großer Befreiungsakt zu verstehen? Wünschen sich alle Syrer die Bombardierung ihrer Heimat, um ihr despotisches Regierungsoberhaupt Assad loszuwerden? Oder wünschen sich das nur die „Oppositionsaktivisten“ und „moderaten Rebellen“? Wer kann das beurteilen?

Am 7. April gibt der US-Präsident dem Militär „freie Hand“ für einen „Vergeltungsschlag“ in Syrien, am 13. April folgt der Abwurf einer gigantischen Bombe in Afghanistan. Angeblich wurde die MOAB, auch „mother of all bombs“ genannt, auf ein Tunnelsystem der IS-Dschihadisten geworfen, um US-Militärs in Afghanistan zu schützen. Doch die 16 Millionen-Dollar-Bombe, die 96 Daesh-Kämpfer getötet haben soll, ist vor allem ein Waffentest und gleichzeitig ein Signal an Nordkorea - ob das dort verstanden würde, plauderte Trump am 14. April in die Mikrofone und Kameras der Weltpresse, bliebe der Regierung Nordkoreas überlassen… Zweimal vollendete militärische Tatsachen plus eine militärische Drohung an eine Atommacht, alles innerhalb von sieben Tagen, da lässt einen den Atem stocken.

Ich erinnere mich an ein Buch mit dem düsteren Titel „Die Welt aus den Fugen - Betrachtungen zu den Wirren der Gegenwart“. Peter Scholl-Latour veröffentlichte es vor fünf Jahren (2012), da schien die Welt wenigstens für die meisten Europäer noch einigermaßen in Ordnung zu sein. Die wirtschaftlichen Erschütterungen der Bankenkrise in den USA und des Staatsbankrotts Griechenlands wurden mit den sogenannten Rettungsschirmen der EU irgendwie abgefangen, man könnte auch sagen: mit der Verschwendung enormer Mengen an Steuermilliarden kaschiert. Sonstige Krisen und Kriege nahm man in Nachrichtensendungen, in Reportagen und TV-Debatten zur Kenntnis - seinen Alltag plante man unabhängig von den Schlagzeilen aus der Welt. Heute funktioniert das Wegsehen, das Ignorieren geopolitischer „Wirren“, nicht mehr so einfach - wo und wie man seinen Sommerurlaub verbringt, will mit Bedacht gewählt sein.

Es ist Karfreitag und die Sonne blinzelt ein wenig. In einer Wiese versteckt eine Mutter „Osterüberraschungen“ für ihr Kleinkind, das gerade seine ersten noch wackeligen Schritte macht. Mit einigen mütterlichen Fingerzeigen „findet“ der einjährige Erdenbürger sein „Geschenk“, eine große bunte Schachtel, über deren Inhalt sich aus der Ferne nur mutmaßen lässt. Der kleine Mann kann die riesige Schachtel kaum greifen, bringt sie seinem Vater, denn der ist, so viel hat der Kleine schon verstanden, sein Chef - und der ist im Zweifel halt der Ansprechpartner. Was mag in dieser großen Schachtel sei? Hat so ein kleiner Erdenbürger schon materielle Wünsche? Vielleicht ist es die große Wasserpistole, die Vati sich schon immer gewünscht hat… Jetzt bekommt er sie von seinem eigenen Sohnemännchen überreicht…

Na, dann: Frohe Rest-Ostern!



Autsch! Mäpril - kein Aprilscherz (1.4. 2017)

Liebe Mitbelogene, ein terroristischer Anschlag ereignete sich am Monatg in der russischen Newa-Metropole St. Petersburg, von 14 Toten war die Rede, die Zahl der Schwerverletzten dürfte ein Mehrfaches davon betragen. Alle Zeitungen Europas berichten davon, wenn in ihren Städten dergleichen passiert. Selbstverständlich interessiert die Leser, wer hinter solchen Greueltaten steckt. Jeder fragt sich: Warum, wozu, weshalb gibt es immer wieder solche feigen Angriffe auf völlig unbeteiligte Personen? Nun ja, es gibt viel Zorn, Hass, Neid und Gewalttätigkeit in der Welt. Es sieht so aus, als müsse sich die Menschheit auf diesen Wahnsinn einstellen, daran gewöhnen, damit leben.



Auf dem Verkaufstresen der Bäckerei sehe ich gestern zwei Dresdner Tageszeitschriften mit identischen Fotos als Aufmacher, die SZ und die DNN - beide Blätter zeigen zwei Tage nach dem Anschlag in Russland an vorderster, oberster Stelle ein Bild des in den "russischen Farben" angestrahlten Dresdner Kulturpalastes, der in den poststalinistischen Zeiten der 1960er errichtet wurde. Ein Zeichen der Solidarität mit der russischen Partnerstadt sei diese Beleuchtung. Seit den Anschlägen auf Charlie Hebdo in Paris sind derartige symbolische Solidarisierungen und Ritualisierungen Bekundungen in den Hauptstädten Europas in Mode gekommen - daran ist prinzipiell nichts auszusetzen. An Gebäuden mit ziemlich abweichender Innenbeleuchtung wirkt derartige Illumination allerdings mehr wie gewollt als gekonnt...

Liebe jüngere Mitbelogene, ihr wisst vielleicht nicht, dass die Provinzvariante von „Erichs Lampenladen“ in Berlin alles andere als ein international bekanntes Wahrzeichen der Stadt Dresden ist - wie es etwa der nach dem Krieg wieder aufgebaute Zwinger oder die Semperoper wären, ganz besonders natürlich auch das Meisterwerk der wieder errichteten Frauenkirche. Im einstigen "Ostblock" gab und gibt es noch Zigtausende ähnlicher "Kulturpaläste", die schablonenartig Vervielfältigung fanden. Die sogenannten Kulturpaläste sollten vor allem der Glorifizierung der kommunistischen Ideologie dienen - etwas kulturelle Volksbelustigung musste jede "Arbeiter- und Bauernmacht" ihren Mitläufern bieten. Der Dresdner "Palast" stammt aus Walter Ulbrichts Architektenbüros - ein Mosaik an der Giebelseite lässt noch heute den winkenden "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten"-Despoten erkennen, dem die in seinem Machtbereich eingesperrten Menschen Jahrzehnte staatlich organisierten Terrors zu verdanken hatten. Daher, liebe Jungbelogene, schwenkt beim nächsten Besuch im historischen Stadtzentrum Dresdens einfach einmal links der Frontseite entlang und sucht im verwitterten Wandmosaik den lächerlichen DDR-Despoten mit seinem typischen Spitzbart.

Und was beschäftigt die Dresdner Tageslügenpresse? Sie verweist darauf, dass Dresden mittels dieses Überbleibsels aus der Betonkultur der DDR ein Zeichen der Solidarität mit St. Petersburg setze, um das Dresden sogar von der Hauptstadt Berlin beneidet werden könne. Mehr Provinzposse geht nicht? Doch, geht schon... Allerdings in der Hauptstatdtpresse: "Während man sich in Berlin nach dem Anschlag von St. Petersburg schwer tat, das Brandenburger Tor für ein Zeichen der Solidarität zu nutzen, reagierte die Stadt Dresden kurzfristig auf den Terror in der Partnerstadt," schrieb die Berliner Zeitung.* Tageslügenblätter diskutieren also zwei Tae nach dem Anschlag darüber, welche Stadt die besseren Trauerrituale kultiviert... Die Fakten und Hintergründe scheinen zur völligen Nebensächlichkeit degradiert zu sein... Wie konnte ich das vergessen - wir leben ja seit einigen Monaten im postfaktischen Zeitalter: Was interessieren uns da noch die Fakten von vorgestern! Nächste Woche gibt es längst einen anderen Anschlag, bei dem Politfunktionäre wieder "in Gedanken bei den Opfern und Angehörigen" sein dürfen und gleichgeschaltete Journalisten über bunte beleuchtete Gebäude schwadronieren können.



Autsch! Mäpril - kein Aprilscherz (1.4. 2017)

Liebe Mitbelogene, bisweilen kommt auch die Lügenpresse um Faktisches nicht herum. Denn wenn die Autos der eigenen Gastredakteure abgefackelt werden, ist auch für die ordinäre Lügenpresse mal Schluss mit Stuss.

Zu den Fakten: In der Nacht zum vergangenen Dienstag wurde auf das Auto des an der TU Dresden tätigen Politik-Professors Werner Patzelt ein Brandanschlag verübt. Zum Tatzeitpunkt verweilte der Besitzer auf Dienstreise in Tunesien. Der kluge Mann hat in der Sächsichen Zeitungen eine Kolumne, die sich auf nachdenkliche bis unterhaltsame Weise mit den Verwerfungen der Gesellschaft beschäftigt. Diese Verwerfungen wurden seinerzeit zwar mit den montäglichen "Spaziergängen" einer Facebook-Gruppe namens Pegida erstmals sichtbar, ihre Prominenz verdankt die Bewegung jedoch den Massenmedien, die mit ihrer medialen Fokussierung auf einen lokalen Verein letztlich zur flächendeckenden Verbreitung der Bewegung beitrugen - landesweit gründeten Nachahmer lokale "Pegiden", sogar im fernen Kanada gründete sich eine "Pegida Canada". Patzelt gehörte zu den wenigen Stimmen, die damals sagten, man müsse das Phänomen erst nehmen, könne nicht alle Mitläufer zu Deppen stigmatisieren und gar in die braune Ecke schieben. Dafür wurde er von einigen Seiten als "Nazi-Versteher" kritisiert.

Diverse "Gegendemonstranten", haben dafür, dass das Aufbegehren im Dresdner Tal der Ahnungslosen seinen Ursprung hatte, längst eine Erklärung: der braune Sumpf, der in der "keinesfalls unschuldigen Stadt" (so Dresdens OB Hilbert) eben nie richtig mit Stumpf und Stil ausgerottet wurde... Weshalb einschlägig bekannte Truppenteile dieser "antifaschistischen" Kämpfer für eine Wiederholung der Bombardierung Dresdens plädieren: "Bomber-Harris, do it again!" und "Alles Gute kommt von oben!" sind die auf Transparenten plakatierten Slogans, die an Zynismus nicht zu übertreffen sind.

Immer wieder mal werden die, sich gern als "Autonome" bezeichnenden Truppenteile ihrer Eigenbezeichnung teilweise gerecht: Autos konnten sie noch nie leiden... Jedenfalls nicht die teuren Bonzenkutschen - also alles, was man sich mit H4 und Demo-Aufwandsentschädigungen aus den Subventionstöpfen linksgrün versiffter Parteien nicht leisten kann. Alles andere, womit man bequem von Demo A zu Demo B kutschieren kann, ist gelegentlich mal als Kollateralschaden betroffen, etwa wenn die Weltrevolution am Vorabend des Roten Mai in Berlin Kreuzberg trainert wird. Oder wo auch sonst die einzig wahren "Gerechten" gegen die Ungerechtigkeit der Welt randalieren zu müssen glauben.

Wer sich im Internet etwas nachforschend umsieht, kann ernüchtert feststellen, dass linksradikale Bewegungen in den urbanen Szenen der gesamten westlichen Hemisphäre mit den überall gleichen Symbolen und Parolen, mit überall gleicher schwarzer Vermummung, mit gleichen Stinkefingern und gleichen Kampfgebärden aktiv sind - das zeugt von einem gewissen Grad der Organisation - und Finanzierung! Und ist daher alles andere als harmlos. Die sogenannten „Aktivisten“ dieser Bewegungen werden auch in New York und Washington von der linken Presse, die wie die hiesige von gutmenschelnden Journalisten unterwandert ist, hofiert. "Freie" Journalisten werden mal eben vom Verteidigungsministerium bezahlt* oder durch Honorare aus dem Portfolio milliardenreicher Broker korrumpiert - sogar die inzwischen nicht minder unterwanderte Wikipedia weiß davon (bisher noch) zu berichten.*

Man muss Trump nicht mögen. Man muss nicht alles glauben, was er (und besonders wie er es teilweise) von sich gibt. Man muss gar keinen Staatsmann und gar keine Staatsfrau mögen. Aber man muss auch die links unterwanderte Presse aus Washington und New York nicht mögen, die Trump bisweilen mit einiger Berechtigung verspottet, weil sie nicht besser als deutsche Lügenpresse ist, weil sie von gefährlichen Ideologen unterwandert ist. Wenn ein renommiertes Blatt wie die New York Times eine FDJ-Funktionärin aus der DDR zur letzten Bastion westlicher Werte hochstilisiert, darf man sich schon mal fragen, wer dort das Sagen hat... Eine Frau, die es allein mit ihrer opportunistischen Unterwürfigkeit zur deutschen Bundeskanzlerin gebracht hat und die kraft ihrer volkswirtschaftlichen Improvisationskunst den Anfang vom Ende der EU bereitet, derartig zu zu glorifizieren, ist nur in Ermangelung völliger Kenntnisse der deutschen Sprache denkbar. Die Frau bröselt seit 12 Jahren gequirlten Lobbyisten-Quark in den Äther, nennt das Regieren, christliches, und die Sozen glauben, sie können mit dem "Trump light"-Populismus ihres göttergleichen "St. Martin" gegenhalten...

Aber schweifen wir nicht ins abstruse Tagesgeschäft der postfaktischen Politik ab. Selbst das lokale SPD-Blatt Sächsische Zeitung, das sonst himmelschreiende Antifa-Aufmärsche mit „Dresdner demonstrieren gegen Neonazis" übertitelt*, nahm diese Woche zur Kenntnis, dass es sich um „militante Antifas“ handeln könnte, die nach einer abendlichen Neustadt-Runde "Bengalo" (SZ-Journalistensprech für pyromanische Brandstiftung) in der Nacht zum Dienstag das Auto des Politikwissenschaftlers abfackelten, der auch in Talkrunden des Staatsfernsehens als Pegida- und AfD-kritischer Gast geladen war - sein Fehler: Er gilt den "Autonomen" als Nazi-Versteher, nur weil er vor Jahren davor gewarnt hatte, man könne nicht jeden Pegida-Mitläufer mit der Nazi-Keule zu erschlagen. Denn auf diese Weise werden erst recht Solidarisierungstendenzen provoziert, was die Polarisierung und den Rechtsruck der Gesellschaft um so mehr verstärkt. Und es sieht so, als habe er den Finger in die offene Wunde der bundesdeutschen realität gelegt - und damit hat er auch den Hass derjenigen geschürt, die historisch obsolete Feindbilder für ihre destruktive Existenzbegründung brauchen, die sich langweilen, wenn sie nicht irgendwo Steine schleudern, herumbrüllen, randalieren, zündeln, abfackeln können.

Am 31.3. verlinkte die SZ sogar das vermeintliche „Bekennerschreiben“.* Wenn man allerdings auf den Link klickt, wird die Seite der extremistischen Webseite "Linksunten" aufgerufen, wo dann erklärt ist, dass man als nicht angemeldeter Besucher halt "keine Zugriffsrechte" habe.* Ist es nicht seltsam, wenn die „etablierte" Presse noch nicht mal merkt, dass sie einen Verweis veröffentlicht, zu dem Normalsterbliche keine „Zugriffsrechte“ haben? Der Redakteur hat demnach einen Lionk gesetzt, von dem er meinst, jeder Leser könne diesen ebenso einfach abrufen - wie jemand, der offenbar ein "Zugriffsrecht" hat! Welche Verbindungen hat der Redakteur des Artikels eigentlich, wenn er so nonchalant zu internen, nicht öffentlichen Inhalten der extremistischen linken Szene verlinkt? Sieht man sich auf den zugänglichen Seiten von "Linksunten" weiter um, findet sich unter dem Datum vom 28.3. eine neutral geschilderte Meldung,* die sich auf die Dresdner Neuesten Nachrichten beruft - an diesem Tag hat man also noch nichts mit dem Anschlag zu tun?

Man findet einen Bekennertext allerdings auch über einen weiteren Link des SZ-Artikels. Ob dieser Bekennertext mit dem nicht abrufbaren "Bekennerschreiben" identisch ist, entzieht sich unserer Recherche. In jedem Fall bekennt und rechtfertigt der Redakteur von "Linksunten" das Verbrechen mit folgenden Worten: "Aus diesen Gründen haben wir uns dazu entschieden unsere Intervention, gegen diese benannten 'sächsischen Verhältnisse' auf eine neue Stufe zu stellen und haben in der Nacht vom 27. März auf den 28. März das Auto (...) von dem bekannten Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt (...) abgebrannt. Patzelt ist langjähriges CDU-Mitglied und einer dieser 'Prominenten' in Sachsen, welche durch ihre Wissenschaft die geistige Grundlage für die konservative, rassistische und nationalistische Politik bieten." Weil Patzelt für die SZ schreibt, brach das Blatt zur Abwechslung das Tabu und erwähnt "militante Antifas" als mutmaßliche Täter. Gibt es eigentlich auch nicht-militante "Antifas"?

Die übrige Presse ignoriert die "autonome" Gewaltorgie der jugendlichen Wirrköpfe - so wie sie auch den versuchten Totschlag auf einer S-Bahn-Station in Dresden-Zschachwitzer verschwieg, bei dem zwei junge illegale Einwanderer aus Marokko und Libyen einen Mittvierziger vom Bahnsteig auf die Gleise stießen, dann sein Fahrrad hinterher warfen. Es ist bisher nicht bekannt (gemacht worden), was der Anlass zur Tat war, aber für diese Brutalität gibt es sicher keine Gründe. Angesichts des einfahrenden Zuges hinderten die Asylbewerber den Mann, der morgens in der 5. Stunde zur Arbeit fahren wollte, daran, zurück auf den Bahnsteig zu klettern. Nur durch eine Schnellbremsung des einfahrenden Zuges konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Täter wurden zwar gefangen, aber nach der Vernehmung zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt... Erst Tage, nachdem das Verbrechen trotz des Schweigens der Presse an die Öffentlichkeit gelangte, trauten sich die Behörden, einen Haftbefehl auszustellen!

Man radelt morgens guter Dinge zur Arbeit und wird samt Rad von "S-Bahn-Schubbsern" auf die einen Meter tiefer gelegen Gleise gestoßen - "geschubbst", wie es die SZ verharmlosend formuliert. Wie tief ist dieses Land gesunken! Zwei auf mörderische Weise straffällig gewordene Migranten werden erst dann mit Haftbefehl aus dem Verkehr gezogen, als Ermittlungen der Polizei nur deshalb an die Öffentlichkeit dringen, weil einige Beamte nicht mehr schweigen können - vielleicht fahren sie auch mit dem Rad zur Arbeit... Gewalttätige "Autonome" erden erst dann ein Thema in der lokalen Presse, wenn das Anschlagsopfer zu den eigenen Kolumnisten gehört. Politik und Presse sind noch immer absolut blind auf dem linken Auge! Der Betroffene selbst kommentierte den Anschlag auf seiner eigenen Facebook-Seite - er endete mit dem beachtenswerten Satz: „Es wird also Zeit zu bemerken, was wirklich unsere liberale Gesellschaft gefährdet.“*



Autsch!Mäpril - das vierte Frühlingsfenstele (28.3. 2017)


Liebe Mitbelogene, bisweilen diskutiert sogar die Lügenpresse über die Lügenpresse, genauer gesagt das Lügenfernsehen übers Lügenfernsehen. Man mache sich deshalb jedoch keine Hoffnung, es sei womöglich ein Zurück zum kritischen Leitmedien-Journalismus in Sicht. In den Talkshows der "öffentlichen" Sender ist Pseudodiskussion an der Tagesordnung. Man lädt bedenkliche Gäste ein, um Meinungsvielfalt zu demonstrieren. Wer es schafft, substantiell Kritisches ins Gespräch zu bringen, wird überlabert, abgewürgt, wird vom Moderator mitten im Satz durch alberne Kommentare oder nebensächliche Zwischenfragen unterbrochen, bekommt die Worte im Munde verdreht. - Leider, leider...

Der sogenannte öffentlich-rechtliche Rundfunk - das sei mal wieder in Errinnerung gebracht - finanziert seinen sagenhaften 7 bis 8-Milliarden-Haushalt im Grunde mit feudalistischen Methoden! Und zwar indem er jeden Wohnungsmieter zum Schuldner (!) erklärt - und zur Eintreibung der angeblichen Schulden vor dem Auffordern zur Vermögensauskunft (einschließlich Kleidung und Haustier!), Pfändung (einschließlich Plünderung des Girokontos!) und Beugehaft (der juristische Begriff spricht eine klare Sprache!) nicht zurückschreckt. Knast für die zivilcouragierte Weigerung, die regierungsnahe Propaganda, sytematische Desinformation und verblödende Unterhalstungsprogramme durch Geldbeiträge zu stützen! Politische medienmanioulation mag es überall und allerorten geben, aber dass man als Mitbelogener dafür noch bezahlen soll, das gibt es in dieser Form heute wahrscheinlich nirgends auf Erden.

"Ich wohne in einem Schloss und das steht mir auch zu..." sprach vor etlichen Jahren der damals oberste Laberfürst des deutschen Rundfunks, Thomas Gottschalk. Ein durch Dauerberieselung des deutschen Staatsfernsehens völlig verblödetes Studiopublikum applaudierte dem Parvenü, der durch diese quasifeudalen Schuldnerschaftsverhältnisse zum Multimillionär mit diversen Wohnsitzen an den Küsten der Reichen aufgestiegen ist, der sich auf den für ihn errichteten Bühnen verbal immer recht volksnah gibt, der aber sonst keinen Hehl aus seiner elitären Arroganz macht.

Als "Demokratiebeitrag" wurde die Zwangsgebühr von ihren Nutznießern, den schwer bezahlten Vorstandsmitgliedern, Indendanten, Journalisten, Dauerserien- und Seifenopern-Schauspielern verteidigt. Den staatlichen Meinungsmachern stehen Schlösser zu und der Rest der Bevölkerung ist demnach Schuldvolk, das den Luxus der Mediengurus zu finanzieren hat? Und diese staatlich organisierte Kriminalität will tatsächlich auch noch als Demokratiesicherungsdienstleistung hofiert werden! Mag sein, DIE LAUBE wiederholt sich mit diesem Befund, aber watt mut das mutt: Gegen die Verblödungsmaschinerie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von heute war das Lügenfernsehen der DDR geradezu Kindergeburtstag. Damals war das Berieselungsangebot der Flimmerwelt noch überschaubar. Man konnte teils noch gemainsam über die Witzfiguren der Staatsmedien ablachen, zum Beispiel über "Sudel-Ede" - Karl-Eduard von und zu Schnitzler. Die schier unendlich viel größere Zerstreuungswelt von heute lässt dazu keine Chance.

Irren ist menchlich, so viel traut sich dieser oder jender TV-Moderator einzuräumen. Die "freie" Journalistin einer staatlichen Sendeanstalt (WDR oder NDR), die nach den Vorfällen in der Köllner Silvesternacht 2015/16 im niederländischen Fernsehen gestand, in Deutschland bestimme der Staat über die Berichterstattung und es seien bewusst Fakten vorenthalten worden, habe sich im Nachhinein von ihrer Ausssage distanziert... Sie habe in den Niederlanden unter Druck geredet, soll die "freie" Journalistin später im öffentlich-rechtlichen Heimatsender gesagt haben. Daheim im deutschen Staatsfunk kann sie nun wieder ganz ohne jeden Druck, ganz offen und frei heraus sagen, was sie wirklich meint... Na dann ist ja alles wieder gut und richtig: sozusagen post-postfaktisch.

Wenn ich als freier LAUBE-Pförtner von meiner Chefin gesagt bekomme, dass da draußen noch etliche andere Pförtner herumlaufen, die nur darauf warten, meinen Job zu übernehmen, würde ich auch alles Bedenkliche zurücknehmen, was ich woanders gesagt habe. Selbst manche historische Berühmtheit kam nicht umhin, im Notfall kleinbeizugeben. Galilei nahm sein kühnes heliozentrisches Weltbild wieder zurück, als ihm die Daumenschrauben gezeigt wurden. Sein anhand wissenschaftlicher Beoabachtungen gewagter Umsortierungsversuch von Sonne, Mond und Sternen war damit zunächst vom Tisch. Vom Tisch des Inquisitionsgerichtes... Da hatte der Astrnom allerdings echt Glück, denn einige andere Querdenker kamen bekanntlich nicht so glimpflich davon. Die damaligen "Eliten" begnadigten Gallileo zu Hausarrest. Da konnter der alte Mann nur noch am heimischen Herd vor sich hin grummeln: Und sie dreht sich doch!

Heute braucht es keine Folterdrohungen mehr, ein kleiner Anschiss vom "Arbeitgeber" kann bereits Wunder der Reumütigkeit bewirken. Man könnte sich über dieses Weichkochen-Lassen einer "freien" Journalistin gewiss lustig machen. Aber steht es uns zu, so herablassend zu urteilen? Vielleicht ist die Frau eine alleinerziehende Mutter und sieht sich genötigt, neben ihrem eigenen Handtaschenkaufzwang auch die Konsumbedürfnisse ihrer verwöhnten Gören befriedigen zu müssen. Vielleicht ist sie auch einfach nur karrieregeil, weil sie für ihre Selbstbestätigung Anerkennung von Vorgestzen braucht. Vielleicht hängt sie einfach an ihrem Job - immerhin gehören journalistische Berufe ja durchaus zu den interessanten, eher abwechslungsreichen Erwerbstätigkeiten... Jedenfalls kommt man dabei meistens etwas mehr herum als die Fließbandmonteurin bei VW. Lästern wir also nicht wegen so banaler Charakterschwächen des gemeinen Durchschnittsopportunisten.

In der SBZ unterwarf sich die Journalistenzunft halt dem Staatsicherheitsdienst - wer's dabei zu was brachte, wurde mit Dienstreisen in den Westen (und dazugehörigen Spesendevisen) belohnt, durfte im Cafe Kranzler Pete Seger oder Harry Belafonte interviewen. Und in der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik ist es halt irgendwie ein bissel so ähnlich, aber die Leute merken das nicht mehr. Wie tief ist dieses Land gesunken! Und das bei voraussichtlich weiter steigenden Meeresspiegeln.



Autsch!Mäpril - das dritte Frühlingsfensterle (19.3. 2017)

Liebe Mitbelogene, falls noch jemand glaubt, dass das mit rechten Dingen zugehen kann, dem ist nichts zu helfen. Die Sozen wählen einen Mann zum Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten ihrer Partei, der damit hausieren geht, nie die Hochschulreife erworben zu haben und also das beste Beispiel dafür zu sein, dass es jeder schaffen könne.

 
Seit einigen Wochen brüstet sich der Mann, der sich jahrelang durch Brüssel chauffieren ließ, als großer Freund aller Taxifahrer und anderer Erwerbstätiger, denen ein Job zum Leben nicht reiche. Wo man sich sonst noch beim kleinen Mann und seiner kleinen Frau einschleimen kann, lässt er keine Gelegenheit aus. Er hat Sprüche drauf, da könnte Trump neidisch werden.

Bis zu den ersten Kanzlerkandidaten-Höhenflügen des "St. Martin" (so wurde er im SPIEGEL glorifiziert, mit oder ohne Augenzwinkern) galt das als Populismus, plötzlich ist dieser Stil salonfähig. Warum? Ganz einfach: Trump hat gezeigt, wie's geht und der Zweck heiligt die Mittel. Und recht hat er: Wenn es eine FDJ-Tante aus der DDR schaffen konnte, warum nicht auch er. Während Merkel es mit linientreuem Abi, Studium in Moskau und Promotion in Physik immerhin zu einer akademischen Qualifikationen brachte, bevor sie begann Deutschland zu ruinieren,  empfindet es Schulz als besonderen Reiz zu beweisen, dass man noch nicht einmal das braucht. Arbeitslosengeld I will er von 24 auf 48 Monate verlängern, des Empfängers Willen auf Qualifikation vorausgesetzt - deshalb haben die Politniks, allen voran Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, die Absichtsblase ihres neuen Heiligen bereits "Arbeitslosengeld Q" genannt...

Ein Mann, der keinerlei Qualifikation für das Amt eines Bundeskanzlers hat, will also Qualifikation "fördern und fordern", um es im FDP-Sprech zu sagen... Oder haben das Wortspiel am Ende auch alle anderen gekupfert? Egal. Selbst wenn das Arbeitsamt, so bisherige Reaktionen, solche "Maßnahmen" bereits in der Vergangenheit als rausgeschmissenes Geld betrachtete? Schulz hat nichts mit Öknomie, Geschichte oder gar Politik studiert - einem Staatsmann, der ein ganzes großes Land regieren will, stünde das aber durchaus an. Er hat noch nicht mal das Abi gemacht - und fordert von anderen im Falle der Arbeitslosigkeit Qualifikationsbereitschaft, damit sie dann zwei Jahre länger ALG I beziehen können! Genial...

Was die Veranstaltung kosten würde, falls er gewählt würde und damit durchkäme, hat er vermutlich noch nicht ausgerechnet. Fürs "Rechnen mit Zahlen" könnte ihm ja in einer weiteren Groko vielleicht CDU-Bildungsministerin Johanna 13+15=55 Wanka helfen... Egal, er muss es ja auch nicht aus eigener tasche bezahlen! Bezahlen ist Sache der Steuerzahler - mit Milliarden um sich werfen bleibt der Gönnerhaftigkeit der Politniks vorbehalten. Schulz hat das sinkende Schiff namens EU verlassen, nun will er wahrscheinlich den wirtschaftlichen Leuchtturm namens Deutschland kleinkriegen. In Platons "Staat" (Politea) war mal die Rede von einer Herrschaft der Philosophen. Was ist daraus geworden? Die Herrschaft der Doofen?

Jetzt wird der Bevölkerung der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik als Alternative zu einer regierenden FDJ-Tante, die alles "von hinten denkt" (also komplett improvisiert), der Mega-Super-Hyper-Populist geboten, den man sich überhaupt denken kann. Von 605 "gültigen Stimmen der Genossinenen und Genossen entfielen 605 auf Schulz, verkündet die Stimmenzählerin. Das sind 100 (in Worten: hundert) Prozent Zustimmung - gab es noch nie in der Geschichte der SPD, staunen die Nachrichtenansager. Alle Genossinnen und Genossen liegen ihrem neuen Gott zu Füßen. Und der gewählte Genossinnen- und Genossengott kann es selbst kaum fassen, er ist sprachlos, stottert wie ein 5-Klässler, der erstmals vor einem Mikrofon steht... Wenn der 61-jährige sich in den Jahrzehnten seiner Qulifikationsabstinenz irgendwas gelernt hat, dann sicher ein gewisses Erstaunt-Schapielern. Besonders überzeugend kommt das aber auch nicht.

100 Prozent Zustimmung, davon konnten selbst SED- oder KPdSU-Bonzen nur träumen. Und nicht einmal Putin oder Erdogan schaffen so was. Ich - als ahnungsloser LAUBE-Pförtner - habe nicht die geringste Ahnung von Politik in der Türkei - ich kenne persönlich nur freundliche Türken, die Kurden im Döner-Imbiss waren höflich. Klar lassen sich so positive Begegnungen nicht verallgemeinern. Wenn ich mir vorstelle, Jem Özdemir servierte mir ein Dürum, dann würde ich lieber hungern. Ich glaube, die Türken werden sich sehr genau überlegen, wen oder was sie Mitte April bei ihrem Referendum wählen. Kann mir ja auch egal sein, ist ja ihr Land. Aber kein einziges "Hayir" gegen des Sultans Pläne, das ist sicher unvortstellbar. 100 % für einen Gottvorsitzenden und Gottkanzlerkandidaten in Deutschland? Offenbar kein Problem mehr.

Jetzt muss nur noch jemand kommen und sagen, dass es den Weihnachtsmann und den Osterhasen gibt, dass die Erde eine Scheibe ist und der Rest des Universums sich um einen Übergott namens Schulz dreht.

Autsch!Mäpril - das zweite Frühlingsfensterle (13.3. 2017)

Liebe Mitbelogene, die Redaktion weiß: draußen in der weiten Welt warten einige Leser auf die angekündigten Betrachtungen der LAUBE. Unsere IT-Schnüffler haben herausgefunden: nicht nur aus überwiegend noch deutschsprachigen Landen verirren sich Leser auf unsere Seite, sogar aus Gegenden, über die noch keiner unserer Redakteure jemals zu lästern oder zu lobhudeln hatte, z.B. aus der Ukraine und Russland. Und es schmeichelt uns natürlich, dass die Betrachtungen der LAUBE auch so fern der Heimat Interesse finden. Sogar aus der Volksdespotie China hat ein Webcrowler DIE LAUBE gescannt. Aber wer sich darauf was einbilden wollte, muss schon mit Sigmar Gabriels Klammerbeutel gepudert sein - der ja bis zu seinem Wechsel ins Außenministerium (weil er mehr bei seiner Familie sein wolle!) noch schnell die wirtschaftliche Umorientierung von den USA nach China propagierte... Was kommt als nächstes? Wann kommt die deutsch-chinesische Waffenbrüderschaft?

Nein, bangen wir unserer Zeit lieber nicht zu weit voraus. Um sich mit Maos Erben herumzuärgern, ist in 4 bis 5 Jahren noch Zeit. - Zeit indessen ist das größte Gut, das ein Mensch besitzen kann. Wenn er sie nicht hat und sich auch nicht nehmen kann, tja, dann ist die Zeit zum Sortieren und Entsorgen des Desinformationsmülls sehr begrenzt. In der LAUBE schnieft und schnupft es sich so durchs Frühjahr - im harmlosesten Fall. Was sich nicht einfach aussitzen lässt wie Merkels Mal-sehen-was-die-andern-dazu-sagen, das macht die Lage in der realität schwierig. Die Medikamente jedenfalls, welche die Pharmaverteterinnen und Vertreter, die offiziell unter der Bezeichnung Arzt bzw. Ärztin agieren, verschreiben, machen das Personal noch kranker! Stapeln sich also die Krankenscheine auf dem Redaktionstisch, geht halt gar nix mehr.

Deshalb kann DIE LAUBE heute nur vertrösten: Wir bleiben dran, aber die Woche wohl nichts mehr. Ende März ist realistisch - und versprochen. Schauen Sie bitter wieder vorbei, egal aus welchem belogenem Winkel der Welt Sie hierher gefunden haben, denn wir schreiben für alle Belogenen der Welt, die deutsch gut verstehen. Aus reiner Lust und Laune, sobald wir wieder bei Kräften sind.

Autsch!Mäpril
- das erste Frühlingsfensterle (3.3. 2017)

Liebe Mitbelogene, aus Aktualitätsgründen sah sich die LAUBE-Redaktion veranlasst, das Thema "Dresdens OB kann nicht alle Tässchen im Schränkchen haben" etwas aufzuschieben. Die lokale Diskussion um Sinn und Berechtigung der Schrottbusse-Installation neben der Dresdner Frauenkirche läuft uns ja nicht fort, sie bleibt bis Anfang April stehen - falls sich bis dahin keine bösen braunen Rechtsradikalen oder gar Rechtsextremisten, vielleicht gar Neonazis oder womöglich sogar Pegida-Marschierer daran zu schaffen machen. Was Passanten mitten im historischen Zentrum Dresdens von dem symbolischen Stück syrischer Kriegsschauplatz halten, das den Neumarkt derzeitig ziert, kann einstweilen mittels eines Videos von LAUBE TV beurteilt werden. Die Zusammenfassung aller Ereignisse findet sich demnächst an dieser Stelle.


Das Lieblingsmonster der deutschen Lügenpresse - Donald Trump - darf selbstverständlich auch beim Rheinländischen Karneval nicht fehlen. Man fragt sich allerdings: Wer bestimmt eigentlich die Themen dieser seltsamen Volksbelustigung, bei der Leute am Straßenrand stehen und hässlichen Pappmaschee-Riesen zuwinken? Bestimmen das noch die regionalen Närrinen und Narren oder inzwischen auch schon die staatlichen Rundfunkanstalten? Sieht jedenfalls ganz nach letzterem aus. Immerhin zeigte die Tagesschau des ersten deutschen Verblödungssenders die ihm genehmen Bilder des Umzuges und titulierte: "Narren nehmen Politiker aufs Korn".

Zuerst und am meisten soll das närrische Volk seine Spottlust an dem großen Blonden mit dem roten Schlips befriedigen: Verstehe, Mr. President vergeht sich an der Freiheitsstatue... Er will also die unbegrenzte Freiheit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten unbegrenzt einschränken - er nimmt die grüne Lady namens Liberty symbolisch von hinten und hat ganz großen bösen symbolischen Spaß dabei.

Doch hinterher wehrt sich die stolze Liberty, hackt den Kopf vom bösen, bösen Trump  ab und hält dann breit grinsend seinen blonden Schopf am Haken. Ach so: America resists! - Na, dann ist ja wieder alles gut - dank bundes-karnevalistischer Mitwirkung. Wer sich neckt liebt sich? Die deutsch-amerikanische Waffenbrüderschaft muss das halt abkönnen.

 




Und der freundlich ISlamist von nebenan ist guter Dinge, weil er die blauen Parteisoldaten von der AfD, die den "Hass auf Muslime" predigen, wie "nützlichen Idioten" vor sich her treiben kann. Verstehe, die ISlamisten sind die Guten, immer ein nettes Lächeln unter der Vermummung...

Das närrische Volk fühlt sich den für bissige Polarisierung immer offenen Kampfjournalisten vom Spiegel (DIE LAUBE berichtete darüber im Jabruar) ebenbürtig, indem es den makaber-finsteren Kopf-ab-Mummenschanz nachäfft. Doch das Narrenvolk legt mit der obszönen Von-hinten-Nummer noch eins drauf. So weit so faktenfrei - so geschmacklos, mittelmäßig, billig, populärpopulistisch und bundeskarnevalistisch.

Wurde nicht erst dieser Tage ein deutscher Segler von ISlamisten entführt und (mangels gescheiterter Verhandlungen mit dem deutschen Außenministerium) enthauptet? So makaber es klingen mag: das närrische Volk lässt sich gern die Fakten auf den Kopf stellen. Nicht die ISlamisten sind die grausigen Halsabschneider, sondern der gewählte, amtierende US-Präsident. Und Lady Liberty nimmt nur Rache, auf selbige Weise. Die staatliche Rundfunkanstalt favorisiert Karrikaturen ausländischer Staatsmänner - Trump, Putin, Erdogan. Traut sich niemand mehr an die Bundsdespoten und Bundesdespotinnen?

Was ist mit Merkel, Schulz, Özdemir, Kippling und wie all die Experten heißen, die nichts Besseres zu tun haben, als Steuermilliarden kofferweise zum Fenster hinauszuwerfen? Wohlfeil spöttelt das brave Narrenvolk über "Erdowahn" (ein närrisches Wortspiel der Narren). Dass die regierende FDJ-Gouvernante aus Berlin den EU-Bürgern mal eben sechs Milliarden Euro aus den EU-Töpfen ziehen ließ, damit der Regierungschef der Türkei die gutmenschelnde Willkommenskultur der Bundesregierung nicht gar zu sehr auf die Probe stellt, ist schon vergessen.

Hoffentlich haben Merkel und die Rest-EU einen Plan B, wenn Erdogan das Theater satt hat. Vorgestern war "Muddi" in Kairo, da hat sie dem neuen Regierungschef Ägyptens auch gleich ein halbes Milliardchen (500 Millonen Euro) mitgebracht, damit Ägypten nicht zur nächsten Drehscheibe der Schleppermafia wird. Um ihren aufrichtigen Respekt zu zeigen, hat die ägyptische Militärkapelle die deutsche Nationlahymne mit extrem verstimmten Trompeten geblasen - das ist in Afrika aber schon länger in Mode und stört die Gäste nicht.

Zusammengefasst lässt sich sagen: den deutschen Rundfunkanstalten ist in einigen besonders närrischen Ecken Deutschlands bereits die mediale Totalverblödung der Bevölkerung gelungen. Doch der Vormarsch der Närrinnen und Narren ist unaufhaltsam. Selbst in den tiefsten Osten der Republik, wo karnevalistische Narretei eigentlich nur in katholischen Enklaven der Lausitz aufkommt, verirren sich einige "Spaßvögel"...




Vor dem Dresdner Marie-Curie-Gymnasium trieben es ganz spezielle "Narren" am diesjährigen Rosenmontag auf die Spitze. Ein bis zwei Zehntschaften der "Proletarischen Hundertschaften" haben offensichtlich bis heute überlebt. Mit runden Lenin-Schildern, mit historischen Uniformen und Gewehren vor einer Schule? Klar doch, wo denn sonst! Man braucht frisches Rotgardistenblut, braucht Minderjährige, deren militante Präferenzen sich noch lenken lassen. Erzkommunistische Fossilienpflege im Schutze der Narrenfreiheit? "Mit den Räten hätten wir gesiegt!" steht auf einem Transparent. Soll das ein Faschingsscherz sein? Geht da lieber nicht hin, sagt eine Lehrerin in der Hofpause zu den jüngeren Pennälern, das war in Geschichte noch nicht dran...

 
Was ist das eigentlich für ein Irrenhaus, in dem wir hier neuerdings leben? Zwei pupertierende Antifa-Schnepfen skandieren in Dresden: Thanks Bomber Harris. Do it again! - All diese Idiotinnen und Idioten laufen frei herum und dürfen zur Bundestagswahl im September mitentscheiden, welche Parteien über den weiteren Niedergang der Bundesrepublick bestimmen können - gute Nacht, Deutschland!



Egal, halten wir uns nicht mit Provinzpossen auf. Die Leitmedien der Schwindelrepublik haben sich auf den großen Blonden aus Washington eingeschossen. Am 1. März hielt der  neue Womanizer des Weißen Hauses erstmals eine Rede vor dem Kongress. Die Journalisten des bundesdeutschen Staatsfernsehsenders Phönix staunten zur Abwechslung mal, dass der US-Präsident eher "staatsmännisch" aufgetreten sei... Aber, nein, das kann und darf auf gar keinen Fall so sein! Deshalb hatten sie zum analytischen Plappern einen "Mimikforscher" eingeladen, der unter den Augenbrauen Trumps böse Botschaften zu entziffern suchte. Bisher war solches Mirakulieren die Spielwiese der Boulevardmedien, aber die Zeiten ändern sich.

Am Tag danach beschäftigte sich auch die FAZ mit dem Kaffeesatzlesen des staatsvertraglichen Blödfunks. Das für seine Börseninfos unter Finanzministern geschätzte Blatt titelte online: "Trumps Augenbrauenunterseiten". Eine FAZ-Leserin, die mit der dauerbeurlaubten Chefredaktöse der LAUBE befreundet sein könnte, gab in den Leserkommentaren ungeniert ihren Meinungssenf dazu - und staunte hinterher selbst, wie viele andere Leser ihrem gnadenlosen Rundumschlag gegen das staatliche Desinformationsmonopol zustimmten.



Zu verstehen ist der ganze Fake News-Postfaktualismus und die "Das Gegenteil vom Gegenteil ist auch nicht mehr wahr"-Hysterie jedenfalls auch nicht - nicht für Normalsterbliche. Da kann ich doch gleich Sloterdijk lesen. Da verstehe ich dann wenigstens auf hohem Niveau nur noch die Hälfte - und das macht sogar mehr Spaß. Falls es aber ohnehin das Ziel der ganzen Aufregung sein sollte, dass mir als Feierabendleser nur die Bildungslücken meiner Bildungslücken bewusst werden sollen, dann vielen Dank auch dafür.
Liebe Mitbelogene, aufgeschoben ist nicht aufgehoben, sagt jedenfalls das Sprichwort. Die Wissenschaftt hat noch nicht abschließend geklärt, ob sich das rechts- und linkspopulistische Sprichwort hieb- und stichfest verifizieren lässt, DIE LAUBE gelobt aber: Sobald irgend jemand in der altehrwürdigen LAUBE-Redaktion wieder Hände zum Tippen frei hat, peitschen wir ihn sofort und mit allen investigativen Mitteln zurück an den Schreibtisch, um die mehrfach angekündigte Reportage zum Thema "Dresdens OB kann nicht alle Tässchen im Schränkchen haben" zu vollenden.


Autsch!Jabruar 2017
- das vierte Fensterle (13.02.17)

Liebe Mitbelogene, derzeitig stinkt die Lügenpresse mal wieder ganz besonders zum Himmel. In einigen Tagen wird DIE LAUBE eine ausführliche Analyse der verlogenen politischen Kampagne ums Dresdner Gedenken anlässlich des 72. Jahrestages der Bombennacht von 1945 vorlegen. LAUBE TV hat auch eine kleine Reportage zur Diskussion um das "Monument" fabriziert.* Bis zur Veröffentlichung unserer Analyse schaue man sich folgendes Video an und denke ein bisschen darüber nach, was es für überlebende Zeitzeugen des Infernos bedeutet, wenn ein Dresdner Oberbürgermeister behauptet, Dresden sei "alles andere als eine unschuldige Stadt" gewesen...



Erinnerungen aus der Sicht eines damals 6 Jahre alten Mädchens: Mit seinem zweijährigen Brüderchen im Arm rannte es durchs Inferno der Bombennacht. Im letzten Moment zog ein fremder Mann die beiden Kinder auf einen abfahrenden LKW, sehr wahrscheinlich war der fremde Mann Mitglied der NSDAP, vielleicht aber auch nicht. Das Mädchen hat den Mann nicht danach gefragt. - Ist das Mädchen schuldig am Krieg? Oder ist es vielleicht schuldig, weil es sich womöglich von einem Nazi retten ließ? Ist der spätere Sohn des kleinen Mädchens schuldig, weil er von einer schuldigen Mutter in einer schuldigen Stadt geboren wurde?

In jedem restdemokratischen Land der Welt würde ein Stadtoberhaupt, das so ungeheuerlich verhöhnende Aussagen über die Überlebenden des durch nichts und absolut gar nichts zu rechtfertigenen Bombeninfernos trifft, zum Rücktritt aufgefordert. Von der Dresdner Presse (SZ) lässt sich dieses Stadtoberhaupt jedoch als Kämpfer gegen Neonazis glorifizieren, und das indem er sich auf die Seite militanter Anarchisten der linksexremistischen Szene stellt.* Man ist als Dresdner und als Ossi schon seit Jahrzehnten postfaktische Presse gewöhnt... Aber das verschlägt selbst dem gelassensten Mitbelogenen einfach nur noch die Sprache.





Jabruar 2017 - das dritte Fensterle (05.02.17)

Autsch!Liebe Mitbelogene, seit der am 20. Januar 2017 absolut faktisch vollzogenen Amtseinführung des am 8. November 2016 absolut faktisch gewählten US-Präsidenten ist beispielsweise in der FAZ kein Tag vergangen, an dem der gewählte und nunmehr amtierende US-Präsident nicht in einem halben Dutzend Artikeln als „unberechenbares“ Monster und seine Wähler nicht als texanische Hinterwäldler dargestellt wurden.

Die derzeitige Hysterie der Schwindelpresse trägt wahrlich irrationale Züge. Natürlich wäre es übertrieben zu behaupten, die bundesdeutschen Leitlügenmedien seien komplett gleichgeschaltet, etwa so wie damals bei den Nazis oder im Ulbricht-Honecker-Krenz-Gehege, nein, so ist das gewiss nicht. Die heutigen Leitlügenmedien wirken lediglich komplett gehirngewaschen und werden wahrscheinlich von komplett obrigkeitshörigen Gehaltsempfängern beherrscht. Aber das ist nur mein ganz persönlicher Eindruck, und man kann sich als normalsterblicher LAUBE-Pförtner auch täuschen.

Vielleicht ist ja alles ganz anders - und das heutige Neue Deutschland ist womöglich tatsächlich das beste Deutschland, das es seit Frau Merkels Blockflöten-Regierung mit dem hohen C im Namen gibt. Vielleicht will die regierende FDJ-Leiterin der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik ja jetzt tatsächlich Schlepperbanden bekämpfen, die sie mittels ihres autokratischen Gutmenschentums erst noch richtig inspiriert hat? Vielleicht setzt sie ja die eigenmächtig außerkraft gesetzten EU-Regularien wieder in Kraft? Who knows? Die Frau ist zu allem fähig, vielleicht sogar zur Bekämpfung "mafiotischer" Strukturen, wie sie unlängst bei einem Treffen europäischer Regierungschefs auf Malta verkündete...

Und vielleicht muss man auch mit der Schwindelpresse nachsichtig sein. Man stelle sich einfach mal vor, man sei selbst Schwindeljournalist: Also wenn ich ein paar Privilegien bekäme und ein Gehalt bezöge, dass mir einige dekadente Extravanzen wie Urlaub mit der gesamten Familie ermöglichte, würde ich wahrscheinlich wie all die verklebten Merkelversteher im Lande gern stillhalten und einfach Muddddis Lied singen: „Schneeglöckchen, Weißröckchen oder was weiß ich“. Ach ja, das Leben könnte so schön sein - man könnte sich einfach zurücklehnen und Weihnachtslieder singen, christliche. „Aber wie viele von uns tun das denn noch auf ihren Weihnachtsfeiern in den Kreisverbänden?“* Das wird man doch wohl noch fragen dürfen. Oder einfach mal wieder ein verführerisches Kleid tragen und ein bissel Sonne, Mond und Sterne lieben und gute Börek machen - wie die Grünenschnepfe Claudia Roth.*

Nein, für so viel Romantik ist in Zeiten wie diesen kein Platz. Die Entwicklung in den gedruckten Zentralorganen der Merkelversteher ist schon seit längerem ein journalistisches Fiasko, aber derzeitig sucht diese Entwicklung ihresgleichen. Die Leitlügenmedien kriegen sich nicht mehr ein, leugnen ein historisches Faktum, nämlich die Tatsache, dass ein einstiger US-Präsident namens Obama sein Amt an einen anderen übergeben, dadurch jetzt quasi Rentner ist, während eben ein Quasi-Rentner namens Trump jetzt amtierender Präsident der USA ist. So ist das halt, kommt vor in den USA, stätestens nach zwei Legislaturen wird das Zepter übergeben. Ist ja nicht Deutschland, wo "einmal Kanzler immer Kanzler" erlaubt ist.

Die von wohlmeinenden Lesern liebevoll als „ehemaliges Nachrichtenmagazin“ verharmloste, zum Boulevardblatt verkommene Wochenzeitschrift SPIEGEL, die früher wahrlich auch bessere Zeiten hatte, hat diese Woche eine besonders makabere Titelkarikatur fabriziert: das allseits gefürchtete Supermonster mit den gelben Haaren hält in der rechten Hand den Kopf einer - in traditoneller Weise enthaupteten - New Yorker Freiheitsstatue und in der linken eine bluttriefende Machete oder dergleichen.
Damit (links) wird die Karikatur aus der Schockwoche im November 2016 (rechts) auf eine Weise getoppt, die nach meinem derzeitigen Ermessen nicht zu überbieten geht. Wenn man sich mal die Plakate auf dem Weltverbesserungsbasar der 1930er Jahre ansieht (einfach mal das Stichwort Antibolschewismus im Bilderbereich des Interweb guggeln), darf man ruhig erschrecken, wie brutal ähnlich die heutigen Graphiker den Stil damaliger Angsteinflößer  kopieren. Tolle Leistung.


So direkt neutrale Berichterstattung ist das jetzt für meinen Geschmack nicht - aber ich kann mich irren, denn ich bin ja nur ein einfacher LAUBE-Pförtner, also jemand, den der Sozenfehlgriff Martin Schulz jetzt in sein großes Taxifahrer- und Bäckermeister-Herz geschlossen hat, weil nun auch er "die Abgehängten" und "die hart malochenden Bürger und Bürgerinnen", die zwei Jobs für eine Miete machen müssen, fürs Rennen um die Wählergunst erkannt hat.

Das allseits geschätzte ZDL (Zweites Deutsches Lügenfernsehen) ist ja inzwischen dafür bekannt, obszönen Stammtischhumor zu produzieren. Und falls da doch einmal etwas zu weit geht: die Anwaltskosten trägt der staatsvertraglich zum Beitragsschuldner umgewidmete Wohnungsinhaber - aber das sei nur nebenbei mal wieder angemerkt. Zurück zum großen Schrecken der Welt. Einen US-Präsidenten zum wütenden Affen verhunzen ist natürlich bei aller Meinungsfreiheit auch nicht gerade die hohe Schule, auch dafür gibt es viele Vorbilder aus grausigen Zeiten. In einer Quasselsendung des ZDL gestikulierte vergangene Woche eine dezent aufgetakelte Blondine mittleren Verfallsdatums zu später Lanz-Stunde jedes Mal Gänsefüßchen in die Luft über sich, als es um „die Wahl“ und „die Amtseinführung“ des nunmehr amtierenden US-Präsidenten ging. Wahrscheinlich wollte sie damit zum Ausdruck bringen, dass es sich bei diesen beiden nunmehr historischen Ereignissen lediglich um „Fake News“ oder „alternative Fakten“ handelt: In Wahrheit hat es ja quasi gar keine richtige Wahl gegeben - und die Amtseinführung war doch nicht halb so gut besucht wie bei Obama... Und kein geladener Gast widerspricht dieser Frau, die von sich behauptet, sie habe den "uneloquenten" Trump selbst einmal interviewt. Gastgeber-Weichei M. Lanz hakt sowieso nur ein, wenn er jemand aus der Fassung bringen will, der Argumente hat.

Und das trotz besseren Wissens... Denn beachtenswerter Weise hat an selber Stelle nur eine Woche zuvor sein Kollege, der Moderator Ranga Yogeshwar, mit wissenschaftlicher Stringenz beleuchtet, wie postfaktisch Schwindelpresse und Lügenfunk bei den Luftbildern von zwei verschiedenen Inaugurationen de facto umgingen. Auch die deutschsprachige Wikipedia wird zu diesem Thema von realitätsfernen Spinnern missbraucht. Auch dort werden Äpfel mit Birnen vergleichen - was bekanntlich möglich ist, aber in der Praxis nur zu dem Ergebnis führen, dass beide Früchte unterschiedlich geformt sind und unterschiedlich schmecken. Jeder Sehende könnte anhand der Schatten an den Gebäuden erkennen, dass die beiden Luftaufnahmen zu sehr verschiedenen Tageszeiten entstanden sein müssen - das Licht ist zu beiden Aufnahmemomenten leicht diffus, weil von Wolken gestreut, dennoch kann man auf einem Foto langen Schatten erkennen und auf dem anderen nicht.



Der besagte Vergleich
wird im deutschsprachigen Artikel der Internet-Enzyklopädie, welche sich des Themas „Alternative Fakten“ annimmt, nicht mehr bebildert (Stand 5. Febr. 2017) und das könnte gute billige Gründe haben. Vielleicht weil hier Leute nach Hintergrundinformationen suchen und weil einige dieser Leute dann vielleicht doch mal genauer hinsehen könnten? Als Beweis offerieren die Autoren die per Twitter und in sogenannten sozialen Netzwerken kolportierten Nutzerzahlen der Washingtoner U-Bahn an: „Der Nahverkehrsbetrieb Washington Metro zählte am Tag von Trumps Amtseinführung um 11:00 Uhr mit 193.000 Fahrgästen erheblich weniger als die 513.000 Fahrgäste im Jahr 2009.“ Bei Trumps Amtseinführung wird als Uhrzeit der Fahrgastzahlenerhebung 11 Uhr angegeben. Zu welcher Uhrzeit die Zahl vor acht Jahren erhoben wurde, wird nicht dazugesagt. Auch um 11 Uhr? Oder erst abends, vielleicht einschließlich der Heimfahrten? Ich frage nur!

Fragen darf man immer, oder? Nutzten alle Besucher ausschließlich die Metro? „Weiterhin“, so lese ich in der Wikipedia, „behauptete Spicer, bei dieser Amtseinführung seien zum ersten Mal weiße Bodenbeläge eingesetzt worden, mit denen sich der visuelle Eindruck eines kleineren Publikums erklären lasse. In Wirklichkeit wurden die gleichen Bodenbeläge bereits bei Obamas zweiter Amtseinführung 2013 benutzt.“ Okay.., die weißen Bodenbeläge waren also bei Obamas zweiter Vereidigung, also 2013, bereits dort. Ja und? Ist das ein Argument dafür, dass diese weißen Bodenbelege 2009, worauf sich der Vergleich der Luftaufnahmen bezog, auch schon dort waren. Wie bescheueert ist diese Argumentation denn!

Und überhaupt: Werden die Präsidentschaftswahlen in den USA jetzt weiterhin durch Wahlen nach der dort üblichen Weise, also unter anderem durch freie Wahlbeteiligung im ganzen Land, entschieden oder werden künftig nur noch die Fahrgäste der U-Bahn in Washington gezählt? Was soll diese blödsinnige Erbsenzählen eigentlich? Warum lügen die Lügner eigentlich nicht wenigstens so gescheit, dass sich die Fakten wenigstens nicht nachprüfen lassen, dass es nicht gleich jeder merkt, der da nur mal drei Sekunden länger hinsieht? Leider ist das Video zur Spicer-Rede abrufbar - das ist natürlich in Englisch, aber dank Untertitel kann man das nachlesen, was man als Nichtmuttersprachlicher vielleicht nicht im gesprochenen englischen Wortschatz hat. Ich habe ja nur Pförtner-Englisch, aber ich verstehe trotzdem, dass in dieser Bekanntmachung echte „alternative Fakten“ genannt werden! Nämlich jene, die von den Obama-Anhimmlern verschwiegen waren.

Man könnte „alternative facts“ auch anders übersetzen, wie es - konnotatives Wohlwollen vorausgesetzt - von Kellyanne Conway durchaus gemeint gewesen sein dürfte. Dann klingt der Begriff „alternative facts“, wie ihn die völlig unnötig verhöhnte Präsidentenberaterin benutzt haben soll, gar nicht mehr so albern. Denn dass es in dieser großen weiten Welt durchaus auch "abweichende Wahrheiten" gibt, ist so absurd nicht, wie die „Fuck Trump“-Befürworter und andere Schaulustige des medialen Kasperletheaters es gern verstanden wissen wollen, ohne zu merken, welche gründliche Gehirnwäsche ihnen neumalkluge Mainstream-Journalisten in den drei Monaten seit der Wahl verpasst haben!

Zusammengefasst: Die deutschen Leitlügenmedien pusten derzeitig in viele große Seifenblasen. Sie ignorieren die Realität und diffamieren das gewählte Staatsoberhaupt der USA als wütenden Affen und grausamen Halsabschneider. Sie warnen vor den Gefahren für die Demokratie und haben selbige mit ihrer ganz eigenen Ignoranz der Fakten und mit ihren eigenen "Fake News" und mit ihren eigenen „alternativen Fakten“ längst abgeschafft! Sie lügen wie gedruckt und, wenn ihre Worte nur über Bildschirme flimmern, lügen sie wie wie geflimmert. Da sich letzteres nicht so leicht nachschlagen lässt wie Text, ist geflimmertes Lügen freilich immer deutlich nachhaltiger und daher bei berufsmäßigen Lügnern besonders beliebt. Die Lügenfreiheit ist verfassungsmäßig garantiert. Nicht umsonst heißt es ja auch im Volkslied: Die Lügen sind frei, kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen.

Jabruar 2017 - das zweite Fensterle...

Autsch!Liebe Mitbelogene, haben Sie heute schon mal zum Fenster rausgeschaut? Und? Scheint die Sonne noch? Wenn ja, dann scheint sich die Welt einfach weiterzudrehen. Erstaunlich, dabei hat das einstige Nachrichtenmagazin SPIEGEL doch nach der Wahl Trumps den Untergang der Welt - "wie wir sie kannten" - heraufbeschworen!

 
Punkt 18 Uhr mitteleuromerkelscher Zeit hat der neue Womenizer der USA vor seinem neuen Wohnsitz den Eid nachgesprochen - natürlich mit der Hand auf der Bibel, das ist so Brauchtum in Gottes eigenem Lande. Insgesamt kam er echt cool rüber. Ein bisschen wie: Lasst den Boss mal machen. - Ich bin mir nicht absolut sicher, aber als ich das Gesicht von Hillary Clinton sah, glaube ich ein um den Globus knirschendes Zähneknirschen gehört zu haben, wie ich es nie zuvor um die Welt knirschen hörte.

Nun noch eine Woche voller Plapperrunden in Merkels Mitteilungskanälen. Wer wird geladen sein? Wahrscheinlich ganz oben auf der Liste: Nachrichtenvorleser Claus Kleber, der hinterher gern sagt, was er schon vorher geglaubt haben will, aber nicht sagen durfte? Oder mal wieder Mister Ich-wohne-in-einem-Schloss-und-das-steht-mir-auch-zu-Parvenü Thomas Gottschalk, der im deutschen Rundfunk Millionen scheffelt, aber in den USA residiert? Oder aber mal wieder: Karl-Theodor...

Ja, auch der in die USA verzogene Lügenbaron von und zu Guttenberg meldete sich mit einem "Weckruf an die Eliten in Europa" zu Wort - eigentlich schon am vorjährigen Schockmittwoch, aber die Leitlügenmedien haben es aus gegebenen Anlass so aufgewärmt und zitiert, dass man es für heutig halten musste. "Man kann nur hoffen, dass das nicht Platz greift und Schule macht, mit welch leichten Mitteln man letztlich die Menschen begeistern kann."* Sagt einer, der seine "Doktorarbeit" mit besonders "leichten Mitteln"- (Strg+C / Strg+V) fabriziert hat und das bis zuletzt zu bestreiten versuchte. In den USA gibt es sicher einiges zu verbessern - aber wo nicht! "Ob dafür ein Narzist und eine doch so eitle Persönlichkeit wie Trump die Eignung hat, ist noch sehr fragwürdig." Sagt einer, der sich mit fremden Federn schmückt und pro Tag zwei Tuben Haargel verbraucht.

Wer unter den Dauergästen der Plappertische wird dem geneigten Betrachter vermutlich sonst nicht erspart bleiben? Im schlimmsten Falle wohl Claudia Roth... Fürs Thema USA wäre sie zwar so passend wie eine Verganerin im Schlachthof, aber man muss bedenken, dass sie jetzt schon drei Wochen nirgends eingeladen war. Oder habe ich was verpasst?

Egal, eigentlich hatte unsere Chef-Redaktöse Ilsebill Mückenstich ja ein "Best of Schwindelpresse" versprochen, aber es sei so viel dazu gekommen, sagt sie, da habe sie sich beim Däumchendrehen total verdreht und dann einfach nicht mehr eintscheiden können, welche großartigen Desinformationshöhepunkte sie weglassen solle, um es nicht gar so lang zu machen. Sie ließ uns daher wissen: Für manchen Zeitzeugen hat das Postfaktische Zeitalter spätestens am 13. August 1961 begonnen (Sie wissen schon: "Niemand hat die Absicht...). Aber im Grunde war bereits das Trojanische Pferd irgendwie postfaktisch. Ist halt immer nur eine Frage, ob man auf den Schwindel hereinfällt.



Jabruar 2017 - das erste Fensterle...

Willkommen im neuen Schwindeljahr!

Autsch!Ja, selbstverständlich arbeitet Ilsebill Mückenstich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Bediensteten an einer LAUBE-Neujahrsansprache, sobald sie mal ein Däumchen frei habe, lies sie ausrichten. Sie ergänzte, dass sie hierzu alle vor- und nachpostfaktischen Fakten und Faktualitäten studiere und gelegentlich auch die in den verstaatlichten Rundfunkanstalten verbreiteten Fake News recherchiere. Und das fresse eben Zeit ohne Ende. Dabei lasse sie die sogenannten Likes und Comments der sogenannten Follower und Troller und Bots links liegen. Auch eine weitere um sich greifende Geistlosigkeit, bei der sich Spätpupertierende dabei filmen lassen, wie sie unbeteiligte Menschen verarschem, um hinterher behaupten zu können, es ein "social experiment" im Dienste der Menschlichkeit gewesen, beziehe sie in ihre Betrachtungen nicht ein, betonte sie. Nein, für diesen gehässigen Gutmenschen-Humbug, hob sie hervor, habe sie beim besten Unwillen keine Zeit.

Indessen, so ließ Frau Mückenstich ausrichten, hoffe sie für den unbeteiligten Menschenrest, dass Mr. President Friedensnobelpreisträger Obama bis zu seiner Ablösung am 20. Januar nicht noch völlig durchdreht und Russland oder Nordkorea den Krieg erklärt. Es gäbe ja schließlich schon genug Kriege, findet sie, die Leute ausbaden müssen, die sie gar nicht angezettelt haben... Und mit den obersten Befehlshabern atomar gerüsteter Länder könnte man, findet sie, ruhig mal ein bisschen freundlicher reden, damit denen nicht die Hutschnur platzt. Deshalb: PLEASE, Mr. President, please, relax!

Während ich, kraft meines Amtes als LAUBE-Pförtner, schon die Tage runterzähle, bis der neue Womenizer ins White House einzieht, versichert Ilsebill Mückenstich von Tua Pua, Süd-Tamo, wo sie seit einigen Jährchen ihren Lebenmittelpunkt in einer Hängematte hat, den daheimgebliebenen Stammleserinnen und -lesern der Saisonalen Betrachtungen über Raum und Zeit, dass sie die schönsten Schwindeleien des Jahreswechsels in Bälde postpopulistisch zusammenfassen und hier oder dort publizieren werde. Hiermit sei abschließend ihr Grußwort an die lesekundige Bevölkerung der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik im Wortlaut zitiert:

Liebe Mitbelogene, auch meine Zeit ist begrenzt, deshalb bitte ich Sie, sich einstweilen selbst ein bisschen in der linksgrün, schwarzrot, eigelb und rechtsblau versifften Schwindelpresse desinformieren zu lassen. Ich melde mich spätestens nach meiner prophylaktischen Burnout-Abwendungskur oder auch mal zwischendurch. Bis dahin wiege sich jeder, so gut er kann, in der unbegründbaren Zuversicht, dass dieser ganze Irrsinn doch noch ein gutes Ende nehmen möge.

2016