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Saisonale Betrachtungen über Zeit und Raum
Autsch!24. Dezember 2016 - das letzte Fensterle

Nach all der dummen, rohen, fanatischen Gewalt der letzten Tage und Wochen, nach all dem Populärpopulismus der vor- und nachpostfaktischen Lügenwelt: Einfach mal zurücklehnen und die besinnlichen Stunden des zur Neige gehenden Jahres Revue passieren lassen, in sich gegen, sich fragen: Was habe ich nicht alles geschafft und geschaffen! Aber auch: Was haben die fleißigen Handwerker in meinem Haus geschafft und was haben die Bauarbeiter draußen auf der Straße geschafft! Und: Was haben sie nicht geschafft! Was hätte ich selbst - mit meiner eigenen Hände Fleiß - alles noch schaffen und vollenden können, wäre ich dazu nicht zu faul gewesen und hätte ich mich nicht dauernd durch Nachrichten und sonstige Fake News ablenken und zerstreuen lassen.

       Doch nein! Heute sollen und wollen wir uns mal keine Selbstvorwürfe machen. Heute, am Heiligabend, gehen wir nur noch zu Muttern futtern, legen hier oder dort die Beine hoch, mampfen noch ein paar Dresdner Christstollen, ein Körbchen Pulsnitzer Lebkuchen, zwei Marzipanbrote und fünf Tafeln Schokolade. Und lassen uns für den heiligen Rest des Jahres nur noch mit Wahrheit berieseln.





19. Dezember 2016





Autsch!Nozember 2016 - Alles nur gelogen!

Na, liebe Mitbelogene, heute schon Fake News gelesen? Mit der unlängst bekannt gegebenen Kandidatur der regierenden FDJ-Leiterin der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik für eine weitere Legislatur ist der Startschuss für den Bundestagswahlkampf 2017 gefallen - eigentlich und überhaupt. Nach einem für viele glaubwürdigkeitsliebende Journalisten überraschenden Wahlausgang in den USA könnte einigen der in hiesigen Ministersesseln sitzenden Volksvertreterinnen und Volksvertreter gerade der Allerwerteste auf Grundeis gehen. Die Propagandaschlacht beginnt und jeder Plakatkleber darf das Land wieder mit geistreichen Phrasen wie „Nachhaltigkeit, Heimat, Patriotismus“ oder „Reichtum für alle“ zukleistern. Diesmal wird alles anders: Wahrheitsliebende Parteiblätter, wahrhaftige TV-Sender, wahrheitsgeile Kommentare in sozialen Netzwerken.

Nach dem aus den Vereinigten Staaten importierten „Faktencheck“ macht ein neuer Anglizismus die Runde: Fake News. Der völlig wertfreie Begriff des durch völlig freiwillige Geldzuwendungen privater Spender finanzierten, von jeglicher Parteienpolitik unabhängigen, die Demokratie garantierenden, staatsvertraglichen Rundfunks steht für Falschmeldungen, die beispielsweise über die allseits beliebten Freundschaftsnetzwerke lanciert werden und Menschen mit noch ungefestigtem Klassenstandpunkt irreleiten können. Die teils aus den Fingern gesogenen Nachrichten sind beispielsweise „schuld“ am Wahlerfolg des künftigen US-Präsidenten - die und natürlich auch ein paar immer herumnörgelnde Abgehängte, also wütende Sozialneider, die einem schwer schuftenden Bankierssohn den mühselig ersparten Dritt-Rolls-Royce, die Chauffeure, Butler und Leibwächter neiden. So ähnlich lese ich das zwischen den Zeilen der bundesgermanischen Ehrlichkeitspresse, in der jeder Satz ein Hohelied der Wahrheitsliebe ist.

Nachdem es am Sonntag in Privathaushalten massenweise Störungen in elektronischen Gerätschaften der Telekom gab, stand dank des lebensgefährlichen Einsatzes einiger investigativ recherchierender Journalisten am Montagabend fest, dass dafür böswillige Hacker verantwortlich seien. Das mag so sein - irgendjemand musses es ja gewesen sein. Die Hacker der LAUBE versicherten der Redaktion jedenfalls: Wir waren es nicht! - Und das ist durchaus glaubwürdig, denn unser diensthabender IT-Experte scheiterte bereits bei seinem Versuch, das veraltete Betriebssystem unseres iMac-Computers auf Windows XP zu modernisieren… Wie dem auch sei, seit Dienstagabend steht zu unserer Entlastung schon Genaueres fest:

                      „Ich sage einfach, ähm, solche, ähm, Cyber-Angriffe, auch solche, wie es in der, ähm, Doktrin ja auch, ähm, Russlands heißt, hybride, ähm, Auseinandersetzungen gehören heute zum Alltag und wir müssen lernen, damit umzugehen.“

Wir müssen lernen… Gewiss doch. Ja klar müssen wir lernen! Ganz schnell. Und vor allem endlich auch mal ein halbwegs staatsmännisches Deutsch. Damit der Rest der deutschsprachigen Welt nicht glaubt, Bundeskanzlern sei etwas für Volldeppen. Manchmal frage ich mich: Warum publiziert Forbes eigentlich nicht auch einmal eine Top 10 der am meisten Humbug labernden Frauen der Welt? Was Platz eins betrifft, könnte gleich der oberste Name von der anderen Liste übernommen werden - was war das gleich noch? Ach ja, die Liste der mächtigsten Frauen.

Warum sagt Muddi nicht gleich: Ähmmmm, Hilfe! Die Russen, ähm, kommen! - Da könnte man wenigsten schnell noch seinen Notfallrucksack packen. DIE LAUBE informierte im Septober ausführlich über die riskante Sicherheitslage und nötige individuelle Vorkehrungen, zum Beispiel Vorratssauerkratspeicherung.  Neben Kopien aller Mitgliedsausweise, Rentenbescheide und Versicherungspolicen bitte unbedingt auch an Russisch Brot denken und einen roten Stern oben gut sichtbar am wasserdichten Rucksackverschließdeckel anbringen! Nur für alle Fälle - man weiß nie, wie es kommt.

Bundestagskollege Lutz Oppermann ergänzte: „Den Angreifern ging es offenkundig um Destabilisierung der Verhältnisse in unserm Land.“ Offenkundigere Vermutungen als diese kann man eigentlich kaum noch herbeivermuten. Jetzt kriegt sogar unsere deutschamerikanische Putzfrau Paula Paulson Muffengang, und der ist nicht so schnell Bange zu machen. Die höchst investigative, bis an die Grenzen der Selbstverleugnung wahrheitsgeile ARD-Korrespondentin Marie von Malinckrodt lieferte endlich knallharte Beweise:

                „Immer wieder warnen in jüngster Zeit die Sicherheitsbehörden vor möglichen russischen Hacker-Attacken während des anstehenden Bundestagswahlkampfes.“

Sag ich doch: Da stecken die Russen hinter! Böser, böser Putin! Aber dank einer gründlich recherchierenden, durch keinerlei Propaganda manipulierbaren ARD-Korrespondentin, ist der freiwillige Beitragszahler des Rundfunks schon jetzt gewarnt und "kann und sollte" die vom amtierenden Bundesinnnenminister angemahnten Vorkehrungen treffen: "Jeder einzelne Bürger kann und sollte das in seinem Bereich ebenfalls tun." Na dann, liebe Frau Nachbarin, machen Sie mal ein Update auf Ihrem Internet-Router! Falls Sie nicht wissen, wie man sowas macht: Einfach mal den Stecker rausziehen und wieder reinstecken in die Buchse, sagten die Experten der Telekom.

Jetzt wird es aber wirklich mal Zeit, ein klares Zeichen zu setzen. Die schweigende bürgerliche Mitte und alle anderen verfassungstreuen und demokratischen Kräfte der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik, die Ehrlichen und Wahrheitsliebenden in diesem Land, Sie und ich, wir alle sollten mit vereinten Anstrengungen eine Montagsdemo der Aufrichtigen und Anständigen organisieren. Und dann ist endlich Schluss mit „Lügenpresse, Lügenpresse!“ Dann erschallt nur noch ein ehrliches und grundaufrichtiges „Fake News! Fake News!“ durch die Straßen. Und alles wird wieder gut.

Autsch!Nozember 2016 - das Wort zum Sonntag

Endlich isses raus: Die regierende FDJ-Leiterin der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik kandidiert nochmals, das war zu befürchten. Nun ja, liebe "Partei mit dem C im Namen", dieses Trojanische Pferd habt ihr euch in die Festung gezogen... Schlimm, schlimm, schlimm... "International sehen viele sie nach dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA als letzte Verteidigerin westlicher Werte." So verkündet das die Deutsche Presse Agentur (dpa) am 20. November 2016, seit 13:37 beispielsweise in ZEIT online bekannt gegeben. Verteidigerin westlicher Werte? Man sollte vielleicht dazu gesagt haben, dass es sich bei dieser Glorifikation um ein nicht als Zitat erkennbares Statement aus der New York Times vom 12. November handelt. Das Blatt liegt zwar nicht beim Bäcker um die Ecke aus, ist aber in der großen digitalen Spinnwebe zu finden. Mächtigste Frau der Welt? Das ebenfalls aus New York stammende Wirtschaftsblatt Forbes listet die regierende FDJ-Leiterin seit der Erfindung seiner Hitliste der mächtigsten Frauen der Welt, 2004, zum zehnten Mal auf Platz 1, ununterbrochen seit 2011. Viel Ehre für eine Frau, die erst bei Helmut Kohl gelernt hat, mit Messer und Gabel zu essen. Letzteres muss man ihr freilich nachsehen. Es gab zwar in der DDR Besteck, aber nur wenig, wofür es gelohnt hätte, welches zu benutzen. Wir hatten ja nichts...

 

Sie will es also "nach reiflicher Überlegung" noch einmal wissen und, falls sie dann das Mandat dazu erhält, noch weitere vier Jahre Deutschland und Europa ruinieren. Na, toll! Das freut dann wenigstens den Vertriebsleiter dieses sowohl ökologisch nachhaltigen als auch durch schlichte Eleganz bestechenden Einkaufsbeutels. Denn was wäre dieses modische Accessoire noch wert, wüsste die Bevölkerung schon heute mit letzter Gewissheit, dass die Forderung ohne ihren eisernen Willen zur Macht völlig obsolet geworden wäre. So jedoch bleibt noch Hoffnung - die Hoffnung auf steigende Nachfrage für diesen Stoffbeutel.

Gleichzeitig macht ein Redakteur der FAZ in revolutionär tollkühner Weise einmal drauf aufmerksam, dass die Willkürherrschaft der alles "von hinten denkenden" Gouvernante, allein unter rein wirtschaftlichen Aspekten gesehen, tatsächlich eine beispiellose "Negativbilanz" für dieses Land und für Europa ist. Noch am selben Tag, heute, am 20. November 2016, schiebt ein weiterer Redakteur der FAZ nach, dass das "kein Zuckkerschlecken" wird: "Die Aussichten, dass sie in einer vierten Amtszeit zu einer „Superwoman“ Deutschlands oder gar des ganzen Westens würde, sind nicht besonders groß."

Ziemlich viel Personenkult auf der einen Seite und erstaunliche Windungen und Wendungen auf der anderen der altehrwürdigen Gazetten. Das Bauchgefühl sagt allerdings schon schon immer, dass es nicht gutgehen kann, wenn man den Bock zum Gärtner macht. Falls jemand noch nicht weiß, was ein Treppenwitz der Weltgeschichte ist, hier ist einer: Eine Pfarrerstochter, die es zu DDR-Zeiten zur FDJ-Leiterin und nach dem Mauerfall mit einigen seltsamen Wendungen an die Spitze der Bundesregierung gebracht hat, rettet den Kapitalismus und verteidigt "die Werte des ganzen Westens"...



Autsch!
Nozember 2016 - Tag 4 nach dem Undenkbaren


So, liebe Mitschockierte, haben wir uns inzwischen etwas erholt? Es ist Samstagabend und das Undenkbare liegt vier Tage zurück. Der neue Womanizer des Weißen Hauses wird tatsächlich Donald Trump. Niemand hat bisher versucht, Wahlfälschung nachzuweisen oder wenigstens zu mutmaßen. Am Ende ging das da voll mit rechten Dingen zu und es gbit tatsächlich kein Zurück mehr. Da können die Hillaryisten jetzt "not my president" krakelen wie sie wollen: der Mann ist gewählt und das war's.

Der - noch immer amtierende - Mr. President nahm es gelassen, er blickte bei seinem Statement am Tag danach zum Himmel über dem Weißen Haus - und sagte: Good afternonn. Letzte Nacht habe ich prognostiziert, die Sonne würde morgen früh wieder aufgehen. Und siehe, es wurde wahr! - The sun is up. Und zum Kaffeekränzchen hat er seinen Nachfolger samt designierter First Lady Melania auch schon eingeladen. Landeskenner wissen: Im Weißen Haus wird alles nicht so heiß gegessen wie gekocht.

Auch hier in der guten schönen Alten Welt ist die Sonne wieder aufgegangenen. Im LAUBE-Dorf, wo sich die ahnungslose Elbe gemächlich durchs Tal der Abendlandsretter windet, hat die Sonne allerdings seit dem Schock-Mittwoch noch nicht richtig geschienen. Auch im gesamten Verliererstaat Sachsen, wo von gut 4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern nahezu 6 Millionen der schweigenden rechtsextremistischen bürgerlichen Mitte zugerechnet werden müssen und die übrigen allesamt Nazis oder Faschos oder beides sind, dürfte es wetterlich kaum besser aussehen. Jedenfalls haben meine homophobisierten Enkelkinder gestern, als ich sie vom Kindergarten abholte, wo sie den halben Tag lang Hasspredigten hielten, nichts von Sonnenschein erzählt.

Aber sehen wir es mal positiv: Über den Wolken, also da, wo die Freiheit grenzenlos ist und alle Sorgen nichtig und klein sind, da scheint die Sonne nach wie vor und überhaupt. Es müsste bloß mal jemand kommen und die Wolken wegschieben, dieses endlose Grau aus linksgrün versifften Wasserdampf. Aber wer soll das machen? Wer ist so groß?

Vielleicht könnte man die Bundeswehr einsetzen. Aber dazu müsste man erstmal wieder „hin zu einem atmenden Personalkörper!“ Das empfahl zumindest schon mal die noch amtierende deutsche Verteidigungsursula. Genau! Einfach mal die Wehrpflichtaussetzung aussetzen und dann links, zwo, drei, vier. Und das wäre ja auch wichtig, wenn der designierte Mr. President demnächst ernst macht und die USA aus der Nato austreten lässt. Hat er jedenfalls versprochen, ich habe es mit meinen eigenen Ohren gehört und mit meinen eigenen Augen gesehen und noch dreimal zurückgespult.

Was also, wenn Europa dann ganz auf sich allein gestellt ist? Werden Putins Söldner die Ukraine und Weißrussland überrollen und Polen besetzen? Und Finnland und das Baltikum? Wäre der Osten Deutschlands das nächste Ziel russischer Heim-ins-Reich-Holungen? Man weiß es nicht, man weiß es nicht. Sicher ist: Wer dann noch - oder wieder - etwas russisch kann, hätte als neue Bürgerin oder neuer Bürger in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten echte Überlebensvorteile. Besonders gut hätte es womöglich die noch amtierende regierende FDJ-Leiterin der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik. Sie soll ja noch immer fließend russich sprechen können - und das ist durchaus glaubwürdig, denn irgendeine Sprache muss man ja flüssig drauf haben.

Wie aus gut desinformierten Kreisen der Prawda bekannt wurde, seien am Tag nach der Wahl in den USA sämtliche Webseiten deutscher Volkshochschulen, die aktuelle Russischkurse anbieten, zeitweilig zusammengebrochen. Es sei aber auch nicht auszuschließen, teilten unsere verdeckten V-Männinnen und V-Männer beim NSA und beim Mossad mit, dass die Meldungen von Putinisten oder von verfassungsfeindlichen Subjekten aus der deutschen Grangansszene kolportiert wurden, um die Bürgerinnen und Bürger der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik zu verängstigen. DIE LAUBE fragte beim noch amtierenden Innenminister nach, aber der antwortete nur, die Wahrheit würde die Bevölkerung unnötig beunruhigen.

Was war letzte Woche sonst noch los in Alemanya? Das mit der vollverschleierten Frauenbeauftragten des Islamischen Zentralrates in der Schweiz, die am Sonntagabend nach dem Tatort-Krimi im Deutschen Staatsfunk über die vorbildhafte Selbstbestimmung der Frauen im Islam referieren durfte, ist nach so viel Aufregung in Amerika ziemlich schnell in Vergessenheit geraten. Aber Frau Will bekam offenbar heftige Nachfragen über Frau Illi. Die Frau darf das, legte die Islamisierungsbeauftragte der Rundfunkanstalt nach drei Tagen der Empörung fest. Klar darf sie das, die Frau Illi, die Meinungsfreiheit ist ihr per Grundgesetz garantiert. Da auch die Glaubensfreiheit ein Teil von Deutschland ist, muss ihr ja niemand glauben, was sie meint. Die Schweizerinnen und Schweizer nennen die - neben Alice Schwarzerund und Claudia Roth - bedeutendste Frauenrechtlerin Europas inzwischen liebevoll Niqab-Nora. Daran könnten sich auch die gefühlt 6 Millionen intoleranten Sachsinnen und Sachsen, diese konfessionslosen Hinterweltlerinnen und Hinterweltler, echt mal ne Scheibe Weltoffenheit abschneiden.

Das dürfte dann wohl das Wichtigste aus dieser Woche gewesen sein. Ach, halt, da war noch was - die Verrohung der Sprache als weltweiter Kolateralschdaden im Zeitalter des Hashtags, neudeutsch auch Hate Speech genannt, am besten mit Hass-Sprech übersetzbar. Laut einer Untersuchung von 7 Millionen Kommentaren zu Online-Artikeln im britischen The Guardian stammen unter den 10 grässlichsten, verabscheuungswürdigsten, diskriminierendsten Kommentaren 8 von Frauen. Da kann man nur froh sein, dass die IT-Expertinnen und -Experten der LAUBE nicht wussten, wie man eine Mitlaber-Funktion programmiert, wie man einen Facebook-Account einrichtet und so weiter. Wer weiß, was man sonst hier zu lesen bekäme.



Autsch!Nozember 2016 - Wow!


She came, she saw... And what?

Und ER, der Börsenschreck, der Hassprediger, der Undenkbare...
Yippie! Er wird Mr. President! Not bad, my fellow Americans!

Da habt ihr der siegessicheren Hillary aber ganz schön die Harke gezeigt. Und dem manipulierbaren Menschenrest eine erfrischende Lektion über den Wert von repräsentativen Umfrageergebnissen erteilt. Großartig! Irgendwie ist das mit dem Weggrinsen aller unbequemen Fragen dann wohl doch etwas dumm gelaufen. Zwei makellose Reihen weißester Keramikimplantate konnten ihr nicht zu dem Amt aller Ämter verhelfen. "Einmal Miss President und du bist unsterblich!" mag der feuchteste ihrer Träume gewesen sein. Klar, wer könnte da widerstehen? "Selbst meiner Oma - ihr Leben lang eine bescheidene Frau, die jeden Morgen als Erstes in die Kirche ging (zum Putzen) - hätte so ein Posten geschmeichelt", sagt die neue Blockflöten-Lehrerin der LAUBE: "Und, weiß Gott, ich hätte es meiner Oma gegönnt. Dann wäre nämlich auch ihre Enkelin heute nicht so ne arme Kirchenmaus, die - anstatt den Feierabend mit ner Kanne Medoc genießen zu können - sich im Nebenjob für die freie Lästerpresse einen runterschreiben muss."



You can't always get what you want... Heerscharen von selbstlosen Wahlkampfbrigaden sollen beim Bekanntwerden der Wahlergebnisse in Tränen ausgebrochen sein, weil sie sich plötzlich um ihr Lebenswerk betrogen sahen. Millionen von US-Bürgerinnen und -Bürgern sollen noch in der Wahlnacht die Auswanderung nach Kanada erwogen haben. Die Webseite der kanadischen Einwanderungsbehörde sei gegen Mitternacht vor lauter Anfragen zusammengebrochen. Wowwwww! Na, wenn da nicht wieder die Hacker vom bösen Vladimir dahinter steckten! Also jetzt mal ehrlich! Nimm diesen, vom neoliberal versifften Establishment verweichlichten, unter Bergen von Plüschteddys aufgewachsenen Kids das iPhone weg und die setzen vor lauter Hilflosigkeit keinen Fuß vor die elterliche Wohnungstür. Nach Kanada auswandern? Also wirklich, nicht zu fassen! Ich heul gleich ne Runde mit.

Die regierende FDJ-Leiterin der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik würde sie vielleicht gern bei sich in ihrer Dreiraumwohnung aufnehmen - sollen ja nur drei Millionen Wahlhelferinnen und Wahlhelferiche gewesen sein, die Hillary jetzt nicht mehr braucht. Aber Kanada? Was wollen die Kanadierinnen und Kanadier mit diesen gutmenschelnden Heulsusen und Milchreisbubis aus dem multikulti versifften New York? Sogar die Wahlparty habe Hillary abgebrochen, hieß es aus linksgrün versifften Pressekreisen. Hmmmm, die Minderjährigen zum Stimmenfang durchs ganze Land wackeln lassen, und dann nicht mal ne gemeinsame Trauerfeier - iss jetzt aber auch nicht so die feine Art. Und wer entsorgt jetzt eigentlich die Millionen von Transparenten aus wasserfester LKW-Plane?

Egal. Wie aus Informationen hervorgeht, die der LAUBE-Redaktion durch ihre gut informierte Korrespondenten aus Berlin zugespielt wurden, kann die regierende FDJ-Leiterin der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik inzwischen mit Messer und Gabel essen. In ihrer abwägenden Ansprache "nach dem bösen Erwachen" hat sie dem designierten Womanizer der USA gleich am Tag des "Undenkbaren" gratuliert. Man muss ihm dabei nicht in den Anus kriechen, aber es ist nicht verboten. Ihr Angebot zu "enger Zusammenarbeit" gilt daher auch nur für den Fall, dass Mister President "auf der Basis der gemeinsamen Werte" regieren würde. Die linsgrün versiffte Grauganspresse hält die historische Rede Merkels für diplomatisch, besonnen, ausgewogen. In der Redaktion der LAUBE gab es sehr unterschiedliche Reaktionen. Unsere ganzheitliche Frisöse hält die Worte für "alles- und vielsagend", unser Chauffeur vom Dienst hält sie für "zielführend und richtungsweisend."

Die Frauenbeauftragte der LAUBE weiß nicht, was die "gemeinsamen Werte" eines amerikanischen Milliardärs und einer märkischen FDJ-Leiterin sein könnten. "Aber egal, sollse mal machen!" ergänzt sie. "Moment mal!" wirft hier der Männerbeauftragte der LAUBE ein: "Was macht sie, wenn Mr. President sich von ihr nicht beeindrucken lässt? Droht Muddi dann mit Wirtschafstsanktionen? Mit Boykott von Coca Cola? Lässt sie Facebook und WhatsApp abschalten?" "Das kannse nich machen", sagt die LAUBE-Köchin voller Empörung. Da bräche in Allemannya sofort eine friedliche Revolution aus, mutmaßt sie. "Telefon abhören? Okay, nehme ich in Kauf, lässt sich eh nicht vermeiden. Emails mitlesen? Meinetwegen, Freiheit hat ihren Preis! Bundestrojaner installieren? Einverstanden, Hauptsache, das tut nicht weh, und ich habe ja nichts zu verbergen!" Gucken und Horschen? Einverstanden - anything, da sind sich die Kollegen einig, aber bitte keine Limits bei Facebook, WhatsApp, Twitter, Instagram! Das jetzt nicht! Das geht gar nicht - unter Freunden.

Der Historiker der LAUBE fragt sich ja schon seit längerem: "Hat die zu Breschnjews Zeiten in Moskau auf dem Gebiet der physikalischen Chemie ausgebildete FDJ-Leiterinnen-Anwärterin noch alle Reagenzgläschen im Laborschränkchen? Der große Blonde mit der schönen Brünetten ist gerade erst gewählt, muss erstmal ne Mütze Schlaf nachholen, seine lieben Leutchen zusammenrufen, die Umzugskartons vorbereiten. Und Muddi liest dem obersten Womanizer der westlichsten Hemisphäre schon jetzt gründlich die Leviten?" Gute Frage. Und was, wenn es den Donald (sie sagt: Doooooonald) gar nicht interessiert, was sie von ihm  erwartet? "Kann sie nicht erstmal ihren besonnen abwartenden, pragmatisch denkenden Schnabel halten?" fragt der zweite Leibwächter unserer ganzheitlichen Frisöse: "Das letzte Jahr ihrer Kanzlerschaft einfach mal versuchen, nicht noch mehr Schaden anzurichten?"

Wegen seiner protektionistischen Ambitionen könnte ein Wahlsieg Trumps für die exportlastige deutsche Wirtschaft teuer werden, befürchtete ein betriebswirtschaftlich beschlagener Rechenkünstler wenige Tage vor der Wahl: "Rechnet man die Fathom-Kalkulation auf zwei mögliche Amtszeiten Donald Trumps hoch und addiert die Börsenabstürze und Exporteinbrüche hinzu, stehen für Deutschland rund 2,77 Billionen Euro auf dem Spiel. Für jeden der 80 Millionen Deutschen ist das eben ein Verlust von etwa 35.000 Euro."* Wowwwww! Um genau zu sein: "34.662 Euro und 50 Cent" - pro deutscher Bundesnase. Na, und wenn schon! Geld macht so wie so nicht glücklich. Die Börsenwerte brechen im Falle eines Wahlsieges von Trump um 10 % ein, prophezeite DIE WELT vor der Wahl. Warum sie wegen Trump auf Rekordhöhen steigen, erklärt das gleiche Blatt zwei Tage später. Lustig.

Trump, darin bleibt sich die linksgrün versiffte Grauganspresse einig, sei "schwer berechenbar." Stimmt, findet auch die Putzfrau der LAUBE: Jemand, der sich gerade das mächstigste Amt der Welt gesichert habe und den man mit einem Koffer voller Dollarscheine nicht mehr beeindrucken könne, wie wolle man den wohl noch "berechnen"? "Ganz schwierig wird das, kann ich euch sagen," sagt der Frauenbeauftragte der LAUBE "Der kann Chancelor Angela (er sagt: Ändschela) Merkel (er sagt: Mörkel) so leidlich leiden wie die Loser-Tussie Hillary. Die hat ihm auch schon gratuliert - ist halt so üblich." Und warum auch nicht? Wenn die Reviere geklärt sind, gibt es keinen Grund mehr, sich gegenseitig zu beschimpfen. Ist immer so gewesen, wird immer so bleiben.



Tja, wie sagten schon die alten Römer: Du kannst nicht immer alles haben, was du dir wünschst. But if you try sometime, you find you get what you need...

Autsch!Nozember 2016 - die Qual, keine Wahl zu haben. Falls man der linksgrün versifften Grauganspresse trauen darf, wählen die Yankees heute ihren nächsten Obercowboy. Ginge es nach den Wünschen der von blutleeren Linksgrün-Intellektuellen unterwanderten unabhängigen staatsvertraglichen Rundfunkanstalten, könnte sogar ein vom genderisierten Mainstream hofiertes Weib der nächste Präsident der USA werden. Oh - my - God!

Aber zum Glück gibt es ja in Texas noch amerikanische Patrioten, Männer mit wahrhaftigem Jungpioniergeist und Robbenlederstiefeln, die nach Burger und Benzin riechen - ganze Kerle, die keiner Gefahr ausweichen, so lange sie mit halbautomatischen Knarren jeden Angreifer auf Distanz halten können. Und die werden hoffentlich nicht zulassen, dass das Weiße Haus ein östrogenverseuchter Debattierclub wird, in dem eine von Kampflesben und Multikulti-Schwuchteln an die Macht manipulierte, von ihrem Göttergatten an der Pinoccionase herumgeführte, verbitterte, frigide Zicke die Codes der Nuklearwaffen per Email verschickt... So, das musste aber mal raus!

Andererseits darf man sich als neutraler, von Lobbyisten des militärisch-industriellen Komplexes und neoliberalistischen Notenbankberatern unbeeinflusster Beobachter natürlich auch fragen, ob ein Milliardär der glaubwürdigere Anwalt der werktätigen Bevölkerung sein kann. Nach gut informierten Grauganskreisen hat er sich die ersten 100 Millionen nicht als Tellerwäscher vom Munde abgespart, sondern vom wohltätigen Vati geerbt. Aber man weiß nicht, ob man den von Vladimir Putin und vom Vietkong unterwanderten Graugantern und Grauganterinnen überhaupt noch Glauben schenk darf.

Deshalb ruft die Redaktion der LAUBE hiermit erst- und letztmalig dazu auf: Sehr geehrte fellow Americans, denkt bitte an diesem heutigen 8. November 2016 nicht nur daran, was euer Land für euch tun kann, sondern auch daran, was ihr dem Rest der Welt ersparen könnt. God bless you.




Autsch!Sie kam, sah und...

Und was? Und schneidet dem Präsidenten der zentralafrikanischen Republik Mali, der sie mit allen protokollarischen Ehren zur Übergabe bundesdeutscher Steuergelder empfangen will, gleich auf dem Flughafen die Kurve! Latscht wie ein Bauer beim Opernball drauf los, das Gesicht zur Faust geballt, und drängt den Gastgeber so zur Seite, dass der alte Mann aufs blanke Beton ausweichen muss und nur noch nach seinem Schweißtuch greifen kann! Schaut nicht nach links und nicht nach rechts, scheint genau zu wissen, wo es lang geht. Irgendwie erinnert das an ihr "Sessel sind zum Sitzen da", das sie im Palast eines türkischen Herrschers aufs Parkett legte.
 
Nicht zu bremsen, die gute. Als hätte das bis 1960 unter französischer Kolonialherrschaft stehende zentralafrikanische Land nur auf die regierende FDJ-Leiterin der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik gewartet, die zu Zeiten ihrer Amstvorgänger noch nicht mit Messer und Gabel essen konnte, prescht sie wie immer nach vorne - besonnen abwartend.., alternativlos pragmatisch... Na, los, komm schon, los, Alllldeer, wirst mir doch jetzt nicht schlapp machen - du schaffst das!

Autsch!Septober 2016 - die Wetteraussichten. Warum nörgeln die Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande eigentlich immer am Wetter herum? Drei Wochen Sonnenschein am Stück, wann gab es das zuletzt? Es war eben doch nicht alles schlecht am deutschen demokratischen Bundessommer. Sogar für die werktätige Bevölkerung hält die schönsten Meteorologin im Land das schönste bereit, was ein blattgoldener Herbst zu bieten hat! Montag, Dienstag, Mittwoch Sonne pur und laue Lüfte um die 30 Grad - und nicht mal weiße Nebel, wumbaba! Genießen Sie, liebe Bürger und Bürgerinnen, das herrliche Burkiniwetter, so lange es hält. Denn eines ist gewiss: Es hält nicht bis Weihnachten an. Und falls doch? Auch kein Problem: Wir ändern das.


Autsch!Septober 2016. Na, wie schaut’s aus, liebe Bürgerinnen und Bürger: Haben wir denn schon ein paar Kästchen Mineralwasser gebunkert? Nur für den Fall der Fälle… Falls es mal nichts gibt für 10 Tage - oder so.

Und wie schaut’s mit Ihrer Dokumentenmappe aus? Ist die jederzeit komplett und evakuierungsfähig? Nur für den Fall, dass man in nationalen Gefährdungslagen mal in die Turnhalle einer Schule oder in eine Kaserne umziehen muss. Was mich betrifft, habe ich mich ja schon vor einigen Jahren nach Süd-Tamoa abgesetzt und habe hier mittlerweile eine Art Bleibeperspektive erworben. Wäre mein Wohnsitz aber noch in der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik, hätte ich mich natürlich sofort daran gemacht, alle Dokumente zusammenzusuchen, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für erforderlich hält.

Ein Bekannter schrieb mir neulich, er hätte zu seinem Erstaunen festgestellt, dass die erste Dokumenten-Hälfte seines Lebens, die 30 Jahre im Ulbricht-Honecker-Krenz-Gehege, locker in einen Briefumschlag gepasst hätte. Seine Mitgliedsausweise von den Jungpionieren, von der FDJ, also Dokumente, mit denen er der seit 2005 regierenden FDJ-Leiterin „ein hohes Maß an Loyalität“ hätte nachweisen können, habe er in der Annahme, er würde sie nie wieder brauchen, längst entsorgt. Vielleicht war das ein Fehler, schrieb er - denn man wisse ja nie, wie es mal kommt…

Doch selbst wer als Alteinwohner wir-abstinent genug sei und über keinerlei „Mitglieds- oder Beitragsbücher von Verbänden, Vereinen oder sonstigen Organisationen“* verfüge, habe noch eine ganze Menge Dokumente einzupacken, schreibt er. Seine Dokumentenmappe für den Kat-Fall (Abkürzung des Kat-Amtes) wiege schon jetzt 20 Kilo und da seien die „Zahlungsbelege für Versicherungsprämien, insbesondere Rentenbescheide“* noch nicht dabei. Weiter schreibt er, die ersten 20 Kilo wichtiger Dokumente habe er schon mal in seinem Notfallrucksack verstaut.*

In der Außentasche habe er, wie vom Kat-Amt vorgegeben, einen Notfallteddy griffbereit, um jederzeit umherstreunende Kinder bespaßen zu können. Auch ein Paar Notfallarbeitshandschuhe seien griffbereit, denn irgendwo gäbe es immer irgendwas zu tun - und wer will da schon unvorbereitet dastehen. Die Notfall-Springerstiefel stehen natürlich blank gewienert neben dem Notfallapfel bereit.
 

Nur eines habe er noch nicht, nämlich das kleine Radio mit Kurbel zum Akku-Aufladen, das vom Kat-Amt empfohlen werde. Wahrscheinlich ist das dafür gedacht, dass man den einfühlsamen Empfehlungen des Bundesinnenministers auch bei Stromausfall noch lauschen kann. Aber keine Sorge! Natürlich bricht die Stromversorgung nicht infolge eines Terrorangriffs zusammen. Mit Kurbelradios isses halt einfach wie mit dem Notfallkondom: Besser man hat es und braucht’s nicht als man braucht es und hat’s nicht.
Autsch!Julust 2016. Schon Mitte Juni in die Ferien gehen können, das macht Freude, wumbaba! So zeitig begannen die Ferien im Sachsenrevier seit 2010 nicht mehr. Aber wohin in Zeiten des globalisierten Irrsinns? Wohin wenn man nicht fliegen will? Wenn man nicht als potentieller Flugzeugentführer durchsucht, durchwühlt, durchleuchtet werden möchte? Wenn man dem Wahnsinn der Ölverbrennungsdiktatur entkommen will, den Horden von Benzinfaschisten und Dieselnazis? Wenn man den Frühstückstisch nicht mit Tataren, Tadschiken, Tschetschenen, Teutonenen oder Taliban teilen möchte? Da bleibt eigentlich nur wieder mal die Flucht in den kühlen Norden. Aber wo waren wir denn noch nicht? frage ich meine Nordatlatikkarte. Was ist denn das hier für ein komischer Fleck? Ist das nicht die "Insel aus Feuer und Eis"? Wo ein Vulkan den Flugverkehr der halben Welt lahmlegen kann. Und wo man selbst im Sommer niemand am Strand begegnet? Island??? Island mit dem Rad? Warum nicht! Man kann es zumindest versuchen...


Autsch!Mauni 2016.
Der Mäpril war so frisch wie lange nicht. Nun muss es der Mauni bringen, damit wenigstens Julust ein echter Wonneproppen wird und den Freundinnen und Freunden des Zweibeinmotors bewegungsreiche Freuden beschert. Die Anhängerinnen und Anhänger der Selbstbewegungsarmut dürfen sich immerhin schon auf eine Prämie von 4000 Eiern freuen, wenn sie ab Mai statt mit ihrer alten Benzinprinte mit ner neuen Elektrobiene rumsummen. Und da frage ich mich: Warum kommt eigentlich nie ein Wirtschaftsminister auch mal auf die Idee, mein Steuergeld in eine vergleichbare Prämie für ein neues Fahrrad zu investieren? Gute Frage, oder?

Statt das Steuergeld der Bürgerinnen und Bürger immer nur der skandalträchtigen, millardenschweren Automobilindustrie hinterherzuwerfen wäre doch eigentlich längst mal eine Prämie für die Minimalisierung von Ressourcenverbrauch, Produktionslärm und Verkehrslärm fällig - eine Prämie für das nachhaltigste, naturschonendste, meistens auch leiseste aller Fahrzeuge, oder sehe ich das falsch? Ich rede nicht von diesen elektromotorisierten Teilen für Weicheier und Rentner, die zu viel Rente haben, wenn sie solche Elektro-Räder nur deshalb kaufen, weil die Nachbarn jetzt auch welche haben. Nee, ich meine nicht diese Tretmühlen, wo man nur noch so tut, als würde man pedalieren... Ich meine so richtige Zweiräder ohne alles - einfach wie früher, nur technisch besser ausgereift, auf dem Stand des Machbaren und Sinnvollen.

Warum also gibt es keine Prämie für gelebten Umweltschutz? Prämien für gelebten Lärmschutz? Prämien fürs Sparen statt fürs Vergeuden, Verschwenden, Verschrotten? - Ich meine: Fragen wird man ja noch dürfen, oder?


Autsch!Mäpril 2016 - die letzte Meldung: "Da hat die regierende FDJ-Kulturleiterin also einmal in vier Jahren instinktiv eine Einschätzung, die man auch als Normalsterblicher verstehen kann, und befindet, dass die Anhäufung von Obszönitäten gegenüber anderen Personen durchaus "bewusst verletzend" gemeint sein könnte, und dann bereut sie kaum zwei Wochen später ausgerechnet diesen einen, so seltenen Ausbruch von Realitätsnähe als "Fehler"?

Egal. Man muss FDJ-Kulturleiterinnen und den Rest der Wir-Republik nicht verstehen. Man muss sie nur bezahlen - und zwar beide, die regierenden Improvisationskünstler wie die Bespaßungsbeauftragten der Rundfunkanstalten. Weigert man sich wie beispielsweise Sieglinde Baumart, das Kasperle-Theater der Regierung zu bezahlen, kann man nämlich bis zu sechs Monate am Stück in "Beugehaft" genommen, also seines Menschenrechtes auf Bewegungsfreiheit beraubt werden - so ist das halt in einer Demokratie, die ihrem Fernsehvolk tagtäglich eintrichtern lässt, wie despotisch und unmenschlich es in anderen Ländern zugeht."


Autsch!Mäpril 2016.
Die ehemalige Putzfrau der LAUBE, Ilsebill Mückenstich, distanziert sich von sämtlichen Schmähgedichten spätpubertierender Fernseh-Moderatoren. Sie hege dabei die Zuversicht, ließ sie ausrichten, dass derartige Fernseh-Moderatoren durch eine sechsmonatige Beugehaft zur Raison gebracht werden könnten, so wie es der tapferen Sieglinde Baumart aus Thüringen zugemutet wurde, nur weil sie es wagte, die Finanzierung der staatlichen Verblödungsanstalten zu verweigern. Außerdem befürwortet Ilsebill Mückenstich, dass diese Beugehaft in einem Gefängnis des Landes zu vollziehen ist, in dessen Grenzen derjenige Bürger wohnt, dessen unantastbare Würde verletzt wurde.

Ilsebill Mückenstich ist übrigens auch für die Wiederherstellung des altmodischen Bürgerrechtes, eine „ortsfeste, baulich abgeschlossene Raumeinheit, die 1. zum Wohnen oder Schlafen geeignet ist oder genutzt wird und 2. durch einen eigenen Eingang unmittelbar von einem Treppenhaus, einem Vorraum oder von außen, nicht ausschließlich über eine andere Wohnung, betreten werden kann,“ nutzen zu dürfen, ohne als Schuldner oben erwähnter Anstalten  angesehen zu werden. Kurz gesagt: Ilsebill Mückenstich ist, so ließ sie von ihrem Exil auf der Südseeinsel Süd-Tamoa ausrichten, für die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Feudalismus der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik.

Autsch!Mäpril 2016.
Gerade erst aus dem Winterschlaf erwacht, sinnierte Ilsebill Mückenstich über obiges Zitat und fiel, von der Tiefe der Gedanken zur Tiefe ihrer Matratze gezogen, sofort und ohne jede Umschweife in den unmittelbaren und direkten Frühjahrsschlaf. Der Rest der Redaktion schließt sich der geruhsamen Natur seiner Chef-Redaktöse an. Wir denken, bis Ostern oder Pfingsten wachen wir wieder auf. Falls nicht, dann schlafen wir weiter. Wir schaffen das!



Autsch!Jabruar 2016.

Das schreckliche Jahr 2015 ist zu Grabe getragen und das neue Jahr hat mit neuen Greueltaten begonnen - mit Hinrichtungen, mit Raub und Gewalt, mit Hetze und Gift aus vollen Kannen. Muss man sich da noch die Mühe machen, eine Neujahrsansprache zu verfassen? Jein, finde ich. Meine Zeit ist begrenzt und meine Hängematte ruft schon wieder nach mir. Ach, was! Sie schreit. Also habe ich mir gedacht: Ich mache es mal ganz staatsfrauisch und lasse einfach die Neujahrsansprache des Vorjahres abschreiben - und vielleicht noch etwas abwandeln, damit es nicht so auffällt. Ach, wozu abwandeln?! Die Ansprache des Vorjahres hat doch jeder Leser längst vergessen, da kann sie auch bleiben wie sie ist. Außerdem hat sie nichts an Gültigkeit verloren und erscheint mir daher so zeitlos, dass sie zeitloser nicht sein könnte. Hier ist also die Ansprache des Vorjahres mit aktualisierten Jahreszahlen:

Glaubt da draußen irgendjemand, in diesem Jahr würde auch nur das Geringste besser? Ich nicht! Sieh es mal realistisch: Die Pappnasen, die dir im letzten Jahr auf die Nerven gingen, werden dich auch 2016 nicht gerecht behandeln. Dazu kommen die unzählbaren Wir-Menschen, die Rudelexistenzen, die Mitläufer, die Mitspazierenden, die Opportunisten, die Rabattmarkensammler, die Netzwerk-Abhängigen, die Followers, die Facebook-Gesteuerten, die Petitionsunterzeichner, kurz: das Volk, die Horde, die Brüllmeute, die fleischarmige Masse, die simsende, twitternde, pubertierende Bevölkerungsmehrheit. Mach dir also keine Illusionen und freue dich, wenn du dann in all dem Gewusel jemand triffst, der noch zu sich selbst steht - und ICH sagen kann. Soweit fürs erste, mehr von mir nach dem Winterschlaf, vielleicht.


Was war sonst noch los? Rüdiger Tübiger (RT), derzeitiger Nahost-Korrespondent der LAUBE, folgte der Einladung zu einem exlusiven Drohnen-Rundflug über die syrische Stadt Homs - oder was davon übrig ist. Danach schrieb er der LAUBE-Redaktion eine Postkarte: Ich will nachhause. Bitte, holt mich hier raus! Eurer RT.

Die Redaktion schrieb ihm natürlich zurück: Lieber Rüdiger Tübiger, da sämtliche Redaktionshandys gerade alle an der Ladestation hängen, übermitteln wir dir auf diesem Wege ein Lebenszeichen. Selbstverständlich wandte sich die Heimholungsbeauftragte der LAUBE-Redaktion umgehend an die traditionsreiche Luftfahrtgesellschaft Aeroflot, um für dich die Reservierung eines Heimflugtickets zu veranlassen. Das freundliche Bodenpersonal von Aeroflot sicherte uns sofort die Aufnahme von Linienflügen nach Moskau zu, sobald der Flughafen von Homs wieder anfliegbar ist. Im Namen der gesamten Redaktion versichern wir dir: Wir warten auf dich. Wir schaffen das...



2015