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Laubengeflüster (Der LAUBE-Weblog)

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Unser Prototyp FL 1 stieg zwar nicht auf. Es wäre aber auch ein Wunder gewesen, wenn so etwas gleich beim ersten Mal klappt...




Das Material ist dünn und daher sehr zerbrechlich. Man bediene sich beim Eigenbau daher, falls vorhanden, einer Assistentin mit Fingerspitzengefühl.

Nach Sichtung eines Originals aus China lässt sich nun sagen: Unser Eigenbau war sicher noch zu schwer und wohl auch zu klein, nicht bauchig genug. Statt der Zylinderform unseres Protoyps sollte sich der Lampion nach oben hin eher etwas spreizen, ähnlich wie ein Kochhut.

Vor allem der Ring, an dem der Treibstoff befestigt war, hatte einen zu geringen Durchmesser, was zwar beim Fehlstart nicht zum Abfackeln des Lampions führte, aber doch recht kritisch aussah. Das heikelste Problem ist offenkundig die Beschaffenheit und das Gewicht des Brennstoffs.

Außerdem ist das verwendete Reispapier noch dünner, als das von uns verwendete. Vor allem braucht es aber gar keine Distanzleisten und einen oberen Holzring, um dem Lampion seine Form zu geben. Mit ausreichend warmer Luft versorgt, dehnt sich der entfaltete Lampion von selbst aus.

Den Rest des Phänomens, nämlich warum das ganze Gebilde irgendwann leichter als die Umgebungsluft wird und zu schweben anfangen müsste, sollte aus dem Physikunterricht bekannt sein. Erwarte man hierzu keinen Vortrag von einem Ukulele-Lehrer...

Als Romantiker zitiere ich lieber über die Geschichte dieser heißen Teile: "Die Skylaternen," so heißen sie neudeutsch, "stammen aus der östlichen Welt und waren dort schon vor 100 Jahren bekannt. Entwickelt wurden sie von dem bekanntesten und weisesten Militärführer Mr. Kong Ming. Er hat sie zum Transfer von militärischen Informationen für sein Königreich eingesetzt und die Sichtbarkeit über viele Kilometer für die Kommunikation genutzt.

Später wurde die Skylaterne oder auch Fluglaterne, Feuerlaterne oder Himmelslaterne vom gewöhnlichen Volk in Asien entdeckt und als Kommunikations-Hilfe eingesetzt, um Freunden und Familie durch das Aufsteigen in festgelegten Intervallen Gesundheit und Wohlbefinden zu signalisieren.

Bastelanleitung für Fluglampion FL 2

  • Man nehme eine dünne Holzleiste, etwa 130 cm lang, etwa streichholzdick, aber durchaus etwas breiter, weiche sie in warmem Wasser ein und biege sie (sehr vorsichtig, weil sehr zerbrechlich!) zu einem Ring. Pi mal Daumen kommt man dabei auf einen Durchmesser 41 cm, so ist jedenfalls die Vorlage made in China. Beim Verkleben der Leistenen lasse man die Enden ein wenig überlappen. Mithilfe eines etwa 2 cm langen Stückes Strohhalm, der als Kupplung dient und kaum ins Gewicht fällt, klappt das ganz gut. Selbes ist auch zum Verbinden kürzerer Leisten hilfreich.

  • Man nehme nun dünnen Draht und spanne ein Kreuz über den Ring, befestige die Enden also am Ring und lasse am Schnittpunkt, also in der Mitte des Kreises, etwas überstehen, woraus man eine Schlaufe zur Aufnahme des Brennkörpers formen kann.

  • Der Brennkörper des Originals sieht wie ein Keks aus, besteht aus acht dünnen Schichten gewachster Baumwolle, ist etwa doppelt so groß wie eine normale Streichholzschachtel, etwa 1 cm dick, und hat in der Mitte ein etwa ebenso großes Loch, durch das man die Drahtschlaufen ziehen kann, die man wie Flügel nach den Seiten biegt., was zur Befestigung ausreicht. Dazu braucht man allerdings etwas dickeren Draht, als ich ihn besorgt habe. Zur Befestigung gibt es in diesem Fall Alternativen.

  • Meine Rolle chinesisches Reispapier ist 100 cm breit. Um ihre Länge messen zu können, müsste ich sie ausrollen - solang ist mein Korridor aber nicht - und die chinesischen Schriftzeichen kann ich leider nicht entziffern... Es werden bestimmt 10 Meter sein. - Man schneide eine Bahn von 70 cm Breite (Höhe des Lampions) und 140 cm Länge (Umfang einschließlich Klebekanten) heraus und zerteile den erhaltenen Bogen in zwei Stücke zu 50 cm (Abschnitt 1 + 2) und eins zu 40 cm Länge (3). Diese drei Stücke (Höhe jeweils 70 cm) bilden den Mantel des Lampions. Ein viertes Stück, das sich aus dem übrig gebliebenen Randstreifen von 30 cm Breite schneiden lässt, hat die Länge von 40 cm und bildet den Deckel (4), der sicher auch rund sein könnte, was aber das letztendliche Zusammenfügen auch nicht vereinfachen würde.

    1
    Anzeige 70 x 90 mm 2Anzeige 70 x 90 mm 3Anzeige 70 x 90 mm 4Anzeige 70 x 90 mm
    1 + 2 + 3 = Mantel, 4 = Deckel

  • Abschnitt 3 + 4 ließe sich natürlich auch aus der Gesamtbreite der Rolle von 100 cm in ein 70 cm und ein 30 cm lange Stück zerschneiden. Doch die wahre Mathematik fängt jetzt erst an! Aus den Abschschnitten 1 und 2 muss nämlich noch eine Aussparung für den Deckel geschnitten werden, deren Form zu berechnen ich nicht wage. Als Praktiker klebe ich einfach erst den Mantel am Holzring an, wozu ich die Abschnitte seitlich etwa drei cm überlappen lasse und dort ebenfalls verklebe. Den Leim verwende man sparsam, aber die Kanten müssen luftdicht verklebt sein. Für diese Kleberei braucht man auf alle Fälle einen Assistenten.

  • Nun ist nach oben alles offen, fehlt also noch der Deckel. Der Abschnitt von 30 cm x 40 cm enthält die Klebekanten. Die tatsächliche Größe wird 26 cm x 38 cm. Man fertige nun ein Stück Pappe in genau dieser Größe und hefte den Deckel mit zwei Büroklammern so darauf, dass an allen Seiten gleichmäßig Rand übersteht. Den Rand knicke man um die Kanten, so dass die Falls nach oben (außen) steht. Diesen verstärkten Deckel kann man dann vom Innern des Lampions zum oberen Ende schieben, soweit, dass er von allen Seiten Mantels noch umschlossen ist. Nun klebe man den Mantel an den Deckel, nicht aber an die Pappe. Die diente nur zur Stabilierung und muss anschließend entfernt werden. Die überstehenden Stücke des Mantels schneide man ab. Fertig ist die Laube - äh, der Lampion.

  • Wenn man alles schön luftdicht und ohne Risse im Papier hinbekommen hat, müsste er, nachdem auch der Kleister gut getrocknet ist, auch fliegen. Doch die Bedingen für den Start sind eine Sache für sich.

Materialbeschaffung und Startbedingungen
  • Holzleisten mit einer Länge von 100 cm (optimal wäre 130 cm) gibt es z.B. in der Bastelabteilung bei CONRAD als 10er-Bündel für € 2,95. Dort gibt es auch Draht. Ich nahm den dünnen Kupferlackdraht (0,40 mm) auf einer Rolle (35 Meter) zu etwa € 3,50, es kann aber auch etwas dicker sein, so dass man bleibende Schlaufen biegen kann.

  • Chinesisches Reispapier ist sehr dünn, deshalb besonders leicht, und soll angeblich nicht zu schnell anbrennen. Erhältlich ist es im Künstlerbedarf (z.B. BOESNER) als Einzelbogen, was recht teuer ist (zweikommanochwas), oder in einer Rolle, die für schätzungsweise 10 Lampions reicht (€ 9, 95). Am besten geeignet ist aber die dünnste Sorte, die deutlich teurer ist.

  • Eine Alternative zum links beschriebenen Brennmaterial ist Grillanzünder aus Wachs mit Holzspänen (das weiße Zeugs brennt besser, zerbröselt aber leicht und wirft unkontrollierte Flammen), gibt's z.B. in der Kaminabteilung bei TOOM (einskommzerquetschte)

  • Als Kleister nehme man flüssigen (weißen) Holzleim oder Bürokleber, sowas hat man immer im Haus... oder?

  • Insgesamt kommen wir auf Kosten von schätzungsweise knapp fünf Eurolinchen pro Stück. Das ist teuer für einen Wegfliegartikel, aber die im Internet angeboten fertigen sind fast doppelt so teuer und meist nur nur im Zehnerpack oder mehr erhältlich.

  • Wem die ganze Besorgerei zu umständlich ist: Ich habe für meine Prototypen etwas mehr Material besorgt und kann einige wenige Bastelsätze für je fünf Eurolinchen abgeben.  

Startbedingungen

  • Eine Genehmigung ist (nach § 16, Absatz 4 der Luftverkehrsordnung) prinzipiell nicht erforderlich, jedoch sollte kein Flugplatz näher als 1,5 km, kein regionaler Flughafen näher 15 km, kein internationaler Flughafen näher als 50 km sein, denn die Fluglampions können eine Höhe von 500 Metern erreichen. Bei einem Start von über 50 Lampions zur gleichen Zeit ist allerdings die Genehmigung der Deutschen Flugsicherheit erforderlich! Zu erreichen unter: www.dfs.de

  • Man beachte die üblichen Brandschutzbedingen. Es sollten keine trockenen Wälder und Felder im näheren Umkreis sein, keine Tankstelle oder andere gefährdete Objekte in unmittelbarer Nachbarschaft. Auch zu Bäumen, Häusern und Menschenansammlungen ist Abstand zu halten. Kinder müssen in Begleitung Erwachsener (über 18) sein.

  • Es muss weitestgehend Windstille herrschen, damit die Lampions senkrecht aufsteigen können. Bei sehr leichtem Wind prüfe man die Windrichtung, damit die Lampions nicht in zu geringer Höhe abgetrieben werden.

  • Die Luftfeuchtigkeit darf nicht zu hoch sein. Bei Regen klappt es sowieso nicht und bei Nebel wäre nicht viel zu sehen.

  • Ist es aus mit heißer Luft, weil der Brennstoff verbraucht ist, stürzt der Lampion wie jeder Luftballon natürlich ab. Spätestens im freien Fall verlöschen die letzten Flämmlein, so dass keine Brandgefahr beim Aufschlag mehr bestehen kann. Erschlagen können die leichten Überreste auch niemand und das kleine Stückchen Draht, das sich nicht biologisch abbaut, sollte auch uns umweltbewussten Bürgern kein schlechtes Gewissen bereiten.